Die Hoffnung, dass die Fertigstellung der Rödentaler Umgehung die Kreisstraßen CO11 und CO13 über Neustadt, den "Stiefvater" und Kleingarnstadt nach Ebersdorf massiv entlasten wird, hat sich in der Realität nach bewahrheitet. Deshalb werden dort in den nächsten Jahren die Bagger anrollen - erst für die Ebersdorfer Umgehung (CO13), dann für die Kleingarnstadter Umgehung und am Schluss für den Ausbau des "Stiefvaters". So jedenfalls stellen es sich die Mitglieder des Kreisbauausschusses vor.

"Die betroffenen Straßen sind immer noch hoch belastet", sagte Hans-Joachim Knauer von der Tiefbau-Abteilung des Landratsamtes bei der Auschuss-Sitzung im Landratsamt. Erst jüngst wurden am "Stiefvater"-Berg bei einer Stichprobe 4800 Fahrzeuge am Tag (darunter 420 Lastwagen) gezählt - nur unwesentlich weniger als noch vor dem Bau der Rödentaler Umgehung.
Also schloss Knauer: "Über Ebersdorf führt immer noch der schnellste Weg aus Neustadt und Sonneberg in den Lichtenfelser Raum." Da bleibt dem Landkreis nichts anderes übrig, als diese Trasse auszubauen. Das wird auch so kommen, bestätigte auch Kreiskämmerer Gerhard Lehrfeld: "Die CO13 mit der Ebersdorfer Umgehung wird ein Schwerpunkt in den nächsten zwei, drei Jahren." So stehen jeweils sechs Millionen Euro für die Jahre 2014 und 2015 zum Bau der Ebersdorfer Umgehung im Landkreis-Investitionsplan. Und danach, meinte Lehrfeld, könne man dann auch die Baustellen in Kleingarnstadt (geschätzte Kosten: 3,2 Millionen Euro) und am Stiefvater (2,25 Millionen Euro) angehen.


Autenhausen: Nicht mehr warten

Während der Plan für Ausbau und Sanierungen an Kreisstraßen für das kommende Jahr schon steht, hat der schlechte Zustand einiger Straßen Verschiebungen in der Dringlichkeitsliste ausgelöst. So muss die marode Stützmauer in der Autenhausener Ortsdurchfahrt (CO22) auf jeden Fall früher als 2017 in Angriff genommen werden.


Wenigstens ein Gutachten

"Wir können da nicht länger warten", sagte Bauausschussvorsitzender Hendrik Dressel (Freie Wähler). Er schlug zur Gegenfinanzierung zudem vor, den Ausbau des Watzendorfer Berges von 2015 auf 2016 nach hinten zu verschieden. Dies allerdings löste ein nachdenkliches Stirnrunzeln bei Hans-Joachim Knauer aus. Der warnte nämlich vor "massiven Schäden" an der Straße zwischen Seßlach und Watzendorf und bat darum, im kommenden Jahr wenigstens ein geologisches Gutachten zum Zustand des Untergrundes in Auftrag geben zu dürfen - der Vorschlag wurde angenommen.

Ebenfalls im kommenden Jahr geplant werden zwei Maßnahmen entlang der Kreisstraße CO4: der Ausbau der Ortsdurchfahrt von Bad Rodach in Richtung Heldritt und der Ausbau der Weidacher Ortsdurchfahrt.

Mit Blick auf die Unterlagen der beiden im Herbst durchgeführten Besichtigungsfahrten des Kreisbauausschusses war Hendrik Dressel alles andere als wohl: "Wir haben unglaublich viele Schäden." Deshalb werde der Landkreis nicht umhin kommen, seine Prioritäten ein bisschen zu verschieben. "Bevor wir neue Straßen bauen, müssen wir erst einmal viel reparieren und sanieren", sagte Dressel. Und wer weiß: Vielleicht falle bei den Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung in Berlin ja auch ein bisschen mehr Geld für Straßenbauprojekte der Kommunen ab. Da sei es gut, wenn der Landkreis in paar schon vorgeplante Projekte in der Schublade habe.

Aber: Auch der Landkreis muss dabei Geld auf den Tisch legen. So räumte Bernd Reisenweber (Freie Wähler) ein, dass das Bauamt schon jetzt mehr als genug zu tun habe. Da werde man ohne die Hilfe von Ingenieurbüros nicht auskommen. "Und die kosten Geld", machte der Ebersdorfer Bürgermeister klar, dass sich diese Ausgaben als zusätzliche Posten als Ausgaben im Kreishaushalt wiederfinden werden.