Vor dem Bürgerentscheid war Grub am Forst eine gespaltene Gemeinde. Der Graben zwischen den beiden Lagern der Markt-am-Feuerwehrhaus-Befürworter und der Markt-am-Feuerwehrhaus-Gegner war so tief, dass es schier unmöglich schien, beide Parteien noch zu einem vernünftigen Gespräch an einen Tisch zu bekommen. Der Bürgerentscheid sollte eine Entscheidung herbeiführen, die dann gefälligst auch die Seite der Verlierer zu akzeptieren hätte. Die Befürworter sind der Meinung, das hat er getan. Die Wahlbeteiligung war für einen Bürgerentscheid mit 55,99 Prozent sehr hoch. Entsprechend hat das Abstimmungsergebnis mit fast 85 Prozent Stimmen für den Markt an der gewohnten Stelle echte Aussagekraft.

Dabei muss schon die Frage erlaubt sein, wofür dieser Entscheid überhaupt noch gut gewesen ist. Freiwillig hat die Verwaltung schon einen Teil der Forderungen umgesetzt, die aus einem für die Marktfrage erstellten Gutachten hervor gingen. Ein Alarmparkplatz für Feuerwehrleute, die zum Einsatz das Feuerwehrhaus anfahren, ist fertig. Es fehlt nur noch die Beschilderung. Diese wird dann dafür sorgen, dass weder Marktstände noch parkende Fahrzeuge die Feuerwehr am Ausrücken hindern werden, sollte ein Einsatz ausgerechnet während der Marktstunden erforderlich werden. Es muss in diesem Zusammenhang auch erlaubt sein, zu fragen, warum nicht zu Beginn der Diskussion, ehe die Kernparteien beider Lager sich so tief zerstritten haben, nach einer Lösung gesucht wurde. Sie hätte so nahe gelegen, dass die Beteiligten auch ohne Gutachten und Bürgerentscheid darauf hätten kommen können.

Oder ging es bei dem Streit in Wirklichkeit um etwas ganz anderes? Ging es um persönliche Abneigung oder dorfpolitisches Kalkül? Das vermuten einige im Ort. Sollte das tatsächlich so sein, würde es erklären, warum vieles, was in den vergangenen Monaten geschah, für Außenstehende so unvernünftig erscheinen musste. In diesem Fall sollte der Bürgerentscheid doch nicht vergebens gewesen sein. Er ist das klare Signal einer sehr großen Zahl von Bürgern, jetzt wieder zu einem vernünftigen Miteinander zurück zu finden. Ein Signal, das Sieger und Verlierer, gleichermaßen achten sollten.