Wenn es um die Familienfreundlichkeit geht, da wollen sich die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung keine Blöße geben. Bürgermeister Gerhard Preß (CSU) rechnet vor: "Wenn wir mit den Kindergärten in Mönchröden und Oberwohlsbach fertig sind, haben wir 605 Kindergartenplätze und 104 Krippenplätze." Damit hätte die Stadt dann die gesetzlichen Vorgaben weit übertroffen.

Aber: Der Bau und der Unterhalt von Kindertagesstätten kostet auch eine Stange Geld. Der Neubau des Kindergartens neben der Mönchrödener Grundschule ist, sagt Preß beim Rundgang durch den Rohbau, derzeit sogar die größte Baustelle im gesamten Stadtgebiet. Rund eine Million Euro kostet das neue Gebäude, das den nicht mehr sanierungsfähigen Kindergarten "Lange Wiesen" ersetzt. Allerdings bleiben, dank satter Zuschüsse insbesondere im Krippenbereich, nur 300.000 Euro bei der Stadt hängen.


Aber gerade dieses Vorzeigeprojekt entwickelte sich im Frühjahr zum Sorgenkind. Weil die Balken der Dachkonstruktion plötzlich massiv von Schimmel befallen waren, entschied Architektin Marion Setzer: "Alles muss wieder runter." Das brachte natürlich Verzögerungen mit sich - gerade jetzt im Sommer, wo in der Urlaubszeit nicht unbegrenzt Handwerker zur Verfügung stehen. Besonders dann, wenn man es wie die Stadt Rödental ganz gerne sieht, dass heimische Handwerker bei den Ausschreibungen zum Zuge kommen. "Ende Januar, Anfang Februar", schätzt der Bürgermeister, wird nun der Einzugstermin für die zwei Regelgruppen und eine Krippengruppe sein. Wer die Kosten durch den Austausch des Dachstuhls in Höhe von 130 .000 Euro tragen muss, belastet Gerhard Preß inzwischen nicht mehr: "Da können sich die Anwälte und die Versicherungen damit herumschlagen."

Das Projekt im Ganzen stimmt den Bürgermeister indes zufrieden. Die Verbindung Krippe, Kindergarten und Schule sei schlichtweg ideal. Deshalb entwickeln die Leitungen der Schule und des Kindergartens derzeit ein Kooperations-Projekt, das Gerhard Preß gerne über den Freistaat Bayern gefördert hätte. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn noch im Herbst will sich Kultusminister Ludwig Spaenle, das neue Mönchrödener "Kinderzentrum" einmal persönlich anschauen.


Die Tigerente wird bunter

Mit rund einer halben Million Euro fällt die Generalsanierung des Kindergartens "Tigerente" in Oberwohlsbach im Vergleich zu Mönchröden vergleichsweise klein aus. "Aber nach 30 Jahren Betriebsdauer", sagt der Bürgermeister beim Rundgang mit Architekt Boris Keda, "war die Baumaßnahme wirklich überfällig".

Das Projekt liegt im Zeitplan: Noch im September wird die, natürlich im gelb-schwarzen Tigerenten-Design gehaltene, Inneneinrichtung der Oberwohlsbacher Kita fertig sein. Dann können die drei Gruppen (zwei Regel-, eine Krippengruppe), die unter anderem ins Oberwohlsbacher Sportheim ausgelagert waren, wieder "heimkehren". Beim Blick in den Garten, der wohl vor dem kommenden Frühjahr kaum fertig sein wird, gerät Architekt Keda ins Schwärmen: "Ich habe in meinem Leben nur ganz wenige Kindergärten gesehen, die einen derart großen und schönen Garten zur Verfügung haben."