Seit mehr als einem Jahr hat der Zirkus Henry in Dörfles-Esbach eine neue Bleibe gefunden. Und wenn er nach der Besserung der Corona-Krise eines Tages wieder auf Tour gehen sollte, dann ist die Schar der Zirkustiere größer als damals bei der Ankunft im Landkreis Coburg.

Denn vor wenigen Monaten wurden die Kameldamen "Samba" und "Richezza" in Dörfles-Esbach geboren. Und nun ist männlicher Nachwuchs hinzugekommen: Die Lama-Dame "Gretel" hat ein Junges.

Lamas sind zwölf bis 13 Monate trächtig, erklärt Georg Frank, der Seniorchef und Zirkusdirektor. Am Sonntag habe es sich abgezeichnet, dass es bald so weit sein würde. Um Muttertier "Gretel" notfalls bei der Geburt helfen zu können, richtete sich Georg Frank vor der Außenanlage sein Nachtlager ein. "Ich konnte so gut wie kein Auge zumachen und hab' auf mein Lama aufgepasst wie eine Mutter auf ihr Kleines."

Mutter "Gretel" und ihr Hengstfohlen

Am Montagmittag war es schließlich so weit. "Gretel" brachte ein munteres Hengstfohlen auf die Welt. Es war kaum eine halbe Stunde vergangen, da wagte das Neugeborene seine ersten Gehversuche. Nach einer guten Stunde stand der kleine Lama-Junge bereits auf seinen eigenen vier Beinen, wackelte zwar noch etwas, aber suchte nach dem Gesäuge seiner Mutter.

Von den anderen Lamas und Alpakas wurde das Hengstfohlen gleich in Augenschein und in die Mitte aufgenommen. Mit zwei Jahren, erzählt Georg Frank, werde es in die Zirkusschule gehen und auf seine Auftritte vorbereitet.

Mit den vielen Zirkustieren wächst die zehnjährige Enkelin von Georg Frank auf. Thalia, die bei Vorstellungen als Clown und mit einer tollen Hula-Hoop-Nummer auftritt, freut sich riesig über das junge Lama.

Ein Zirkus muss weiterziehen

Es sei eine gute, aber auch eine schwere Zeit in Dörfles-Esbach gewesen, sagt Frank. "Wir fühlen uns hier wohl, wollen aber weiterziehen und andere Menschen in anderen Orten mit unserem Programm erfreuen." Er und seine Familie wollten aber nicht einfach so verschwinden. Jetzt, im Juni, solle das Vier-Mast-Zelt aufgestellt werden. Die Zirkusfamilie plant - bevor es weitergeht - allen Unterstützern mit einem tollen Zirkusprogramm Lebewohl zu sagen. Es schwingt Wehmut mit, als Frank sagt, das werde ein großes Dankeschön an alle Spender sein.

Futterspenden gerne gesehen

Dennoch oder gerade jetzt kann der Zirkus Henry jegliche Unterstützung, vor allem Futterspenden gebrauchen. Derzeit seien die Heuvorräte fast aufgebraucht, sagt Georg Frank. Wer möchte, kann sich unter Telefon 0152/53222806 gerne direkt an das Familienunternehmen wenden.