Die Sanierung der Friedhöfe in Großheirath, Rossach und Watzendorf stellt die Gemeinde vor eine schwierige Aufgabe. Der Gemeinderat diskutierte das Thema bei seiner Sitzung am Mittwoch in der Schulturnhalle ausgiebig, und kam letztlich zu der Erkenntnis, dass ein Gesamtkonzept für die drei Friedhöfe keinen Sinn habe. Jeder Friedhof müsse für sich betrachtet werden. In der Vorgeschichte gab es bereits einen Planentwurf zur Sanierung des Rossacher Friedhofes, der aber zerredet und verworfen wurde. Laut Bürgermeister Udo Siegel soll die Planung zur Neugestaltung erneut ausgeschrieben werden, unter Einbeziehung von Teilen der alten Planung. Dann soll der Gemeinderat eine Vorauswahl unter den Entwürfen treffen, die im Anschluss öffentlich zur Bürgerbeteiligung ausgelegt werden sollen. Man tat sich im Gremium etwas schwer, wie der Auftrag an den Planer formuliert werden soll, um nicht für jeden Entwurf das volle Honorar löhnen zu müssen.

Dass die Sanierungen Geld kosten werden, war allen Räten klar, es kam aber ein gewisser Unmut zum Ausdruck, wie das Geld in der Gemeinde verteilt werde. Für die Bürger habe es den Anschein, es fließe sehr viel Geld nach Rossach, und andernorts sehe man nichts.

Viel Geld für wenig Wirkung?

Unter diesem Vorzeichen stand auch das nächste Thema, in das viel Geld für wenig Effekt fließen könnte: der Ausbau der Fußwege im Gemeindeteil Rossach im Rahmen der Dorferneuerung. Bereits im Jahr 2017 gab es einen Beschluss, dass bestimmte Fußwege in Rossach behindertengerecht ausgebaut werden sollen. Die Teilnehmergemeinschaft hat sich nun im September für den Fußweg im Fuchsgraben (Coburger Straße bis zum Sportplatz) und den Verbindungsweg vom Fuchsgraben zur Kirchgasse entschieden. Bauträger soll die Gemeinde sein. Die Kostenbeteiligung liegt bei 60 Prozent. Die bestehende Kostenvereinbarung mit dem Amt für ländliche Entwicklung reicht hierfür nicht aus, die höhere Eigenleistung müsste die Gemeinde stemmen. Um sich die Zahlen besser vor Augen zu führen, hat der Bürgermeister bereits einen Kostenvoranschlag (reine Baukosten) eingeholt: mit rund 125000 Euro sei zu rechnen, dazu kämen Planungskosten von etwa 10000 Euro. Kein Bauunternehmen reiße sich um den Auftrag, da aufgrund der Örtlichkeiten von reiner Handarbeit auszugehen sei, sagte Siegel. Also hätte die Gemeinde rund 50000 Euro Eigenanteil zu tragen. In der Diskussion kam man auch darauf, ob hier Altlasten im Boden liegen könnten. Die Entstehungszeit der Wege lasse vermuten, das im Untergrund Teer eingebaut wurde, der heutzutage Sondermüll ist. Man einigte sich darauf, dass erst eine Probe gezogen werden soll, bevor man weiter entscheidet.

Die kommunale Kinder- und Jugendarbeit sowie die Mittags- und Ferienbetreuung bleiben weiterhin ein Thema für die Gemeinde. Dazu hat es bereits eine Umfrage unter den Eltern gegeben, mit einem nicht völlig zufriedenstellenden Ergebnis. Die Fraktionen der Freien Wähler, SPD und Bündnis 90/Die Grünen beantragten die Organisation einer öffentlichen Sitzung zu diesem Thema. Man überlegte, wie das unter Corona-Bedingungen zu machen sei. Hintergrund ist, dass eine andere Klientel bedient werden solle und man langfristige Lösungen suchen wolle. Der Bürgermeister soll sich kundig machen, welche Träger es gibt, die sich in einer Sondersitzung im November vorstellen können.

Umfangreiche Informationen zum Thema Gigabit-Infrastruktur vermittelte Thomas Hegen, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Er erläuterte die Förderung nach der Bayerischen Gigabitrichtlinie und Bayern-WLAN. Udo Siegel fragte: "Was kann hier noch verbessert werden?" Nach den Worten von Thomas Hegen stehe Großheirath bereits verhältnismäßig gut da. Hier gebe es nur noch vereinzelt "weiße Flecken". In Großheirath seien große Bereiche förderfähig. Insbesondere der Kernort könnte die maximale Förderung bekommen, da dort nur ein Anbieter positioniert sei. Unter den zahlreichen technischen Optionen habe die Gemeinde die Qual der Wahl, was nicht ohne professionelle Hilfestellung zu machen sei. Ziel sei es, 250 MB oder mehr bis in jedes Haus zu bringen, was nur mit Glasfaserkabel machbar sei.