Jetzt ist es amtlich. Nach der überraschend knappen 28:26 (11:12)-Auswärtsniederlage beim THW Kiel steht der HSC 2000 Coburg als erster von drei Absteigern aus der 1. Handball-Bundesliga fest. Das Team von Trainer Jan Gorr wehrte sich am Sonntagabend vor knapp 10000 Zuschauer nach besten Kräften, schnupperte sogar bis in die spannende Schlussphase hinein an einer Sensation, musste in den letzten Minuten jedoch klein beigeben.

Nach einer Viertelstunde stand es "nur" 6:2 für die Gastgeber, weil Torsteher Oliver Krechel in der Anfangsphase mit drei tollen Paraden glänzte. Hätten jedoch der ansonsten so sichere Siebenmeterschütze Steffen Coßbau und kurze Zeit später auch Nico Büdel ihre Strafwürfe verwandelt, hätte es durchaus besser für die engagiert auftretenden Vestestädter laufen könne.
Weil Krechel aber sein Niveau hielt und nun auch Florian Billek auf Rechtsaußen in Fahrt kam, verkürzten die Coburger Tor für Tor den Rückstand und waren plötzlich in Schlagdistanz (8:7/24.). Und es blieb vor der Pause spannend, denn die Kieler waren beeindruckt und produzierten weiter fleißig technische Fehler. Coburg ließ sich nicht abschütteln und verkürzte wenige Sekunden vor der Pausensirene auf 11:12.
Und auch nach dem Wechsel war vorerst kaum ein Klassenunterschied zu erkennen. Ganz im Gegenteil: Coburg schaffte beim 12:12 sogar den zwischenzeitlichen Ausgleich, ehe das Duell dann langsam aber sicher eben doch den von den meisten Zuschauern schon von Beginn an erwarteten Verlauf nahm. Apropos Zuschauer: Gut 100 Coburger ließen es sich nicht nehmen dieses Spiel im hohen Norden live mitzuerleben. Sie nahmen die Strapazen bei der Hitze auf sich - wahre Fans! Sie feierten ihr Team nach dem Schlusspfiff wie einen Sieger!
Und die mussten ihre Reise wahrlich nicht bereuen, denn Coburg ging sogar in Führung. Krechel avancierte zum besten Mann auf der Platte und vorne führte Nico Büdel geschickt Regie. Beim 22:23 (52.) lag sogar die Sensation in der Luft, doch dann rissen sich die Spieler des Deutschen Rekordmeisters am Riemen. Nach dem 25:25 durch Tom Wetzel sorgten die Kieler in der Schlussphase noch für klare Verhältnisse. Am Ende stand es 28:26, doch die "Gelb-Schwarzen" verließen erhobenen Hauptes die Halle.