Rödental
Aufschub

Götz-Gebäude bleibt Rödental vorerst erhalten

Seit mehr als zehn Jahren wird nach einer Lösung für das ehemalige Gebäude der Firma Götz an der Gnaileser Straße gesucht. Eine Investition der Firma Wöhner ist in Aussicht, wurde jetzt aber erneut um mindestens vier Wochen verzögert.
Rödental wartet noch immer auf eine Lösung für das ehemalige Gebäude der Firma Götz. Foto: Rainer Lutz
Rödental wartet noch immer auf eine Lösung für das ehemalige Gebäude der Firma Götz. Foto: Rainer Lutz
Mit einem Aktenvermerk aus dem Jahr 2002 beginnt der Bericht von Bauamtsleiter Günter Benning über das alte Götz-Gebäude. Ein Ende hat die Geschichte aber noch nicht. Die Geduld des Stadtrats und der Bevölkerung wird noch ein wenig strapaziert, ehe das unansehnliche Gebäude einem neuen weichen wird.

Seit der Bau leer da steht, der nach seinem eigentlichen Zweck als Puppenfabrik auch schon Unterkunft für Asylbewerber gewesen ist, gab es immer wieder Vorstöße für eine neue Verwendung. Unter anderem war von einem Ärztehaus die Rede. Zustande kam am Ende nichts. Es war noch Bürgermeister Gerhard Preß vergönnt, eine endgültige Lösung zu finden. Stolz präsentierte er zusammen mit Frank Wöhner, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Wöhner GmbH & Co KG, eine Fotomontage, die bereits ein strahlendes neues Gebäude zeigte. Verwaltung und ein Teil der Produktion des benachbarten Unternehmens sollten dort einziehen. Das war im April 2014.

Noch 2013 war bereits grundsätzlich der Beschluss des Stadtrats getroffen worden, einen Bebauungsplan für das Grundstück Gnaileser Straße 2 zu erarbeiten, der das Vorhaben der Firma Wöhner ermöglichen sollte. Das kann auf zwei Wegen geschehen. Der Stadtrat kann einen qualifizierten Bebauungsplan erstellen lassen und beschließen, der dort Gewerbeansiedlung zulässt. Der Investor kann aber auch einen so genannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan durch ein Planungsbüro erarbeiten lassen. Diese Lösung wurde von der Regierung von Oberfranken empfohlen. Vorteil: Es steht von Anfang an genau fest, was gebaut wird und wann dies zu geschehen hat. Nachteil: Der Bauherr muss genau entscheiden haben, was er will - und das muss bis ins Detail mit allen zuständigen Stellen abgeklärt sein.

Eben dies ist bisher nicht der Fall. Im Grunde ist klar, dass es ein großes Gebäude mit sieben Geschossen geben soll und ein flacheres mit drei Geschossen. Bürgermeister Marco Steiner (FW) hat dazu bereits mit den Nachbarn gesprochen und fand die Gespräche "sehr positiv". Steiner: "Ich glaube nicht, dass es da Probleme geben wird."

Der Vorstoß des CSU-Fraktionsvorsitzenden Elmar Palauneck, der den Bürgern endlich einen Termin nennen wollte, "wann der Schandfleck verschwindet", konnte nicht mit einer klaren Auskunft enden.

Abriss längst genehmigt

"Die Genehmigung zum Abriss liegt seit sieben Monaten vor", sagte Bauamtsleiter Günter Benning. Doch Antragsteller und Eigentümer seien nicht identisch. Der Investor müsse erst das Gebäude kaufen, ehe es weitergehen könne. Doch dazu wolle er Planungssicherheit.

Nun wurde erneut eine Frist eingeräumt. Innerhalb der kommenden vier Wochen sollen die noch zu klärenden Detailfragen beantwortet werden. Dann muss der Stadtrat entscheiden, ob es bei einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan bleiben soll oder nicht. SPD-Fraktionschef Thomas Lesch: "Von mir aus verschieben wir es noch einmal, aber bitte nur noch einmal."

Für Irritation sorgte noch die Frage, wie der Abriss zu finanzieren sei. Es stehe im Raum, dass dies dafür die Stadt aufkommen werde. Dazu erklärte Bürgermeister Marco Steiner, dass tatsächlich Mittel der Städtebauförderung dafür beantragt würden. Um 100.000 Euro für das Projekt als Förderung zu bekommen müsse die Stadt einen Eigenanteil von 40.000 Euro aufbringen, bestätigte er.

Im September 2014 hatte der Investor bereits einmal die Bremse gezogen. Damals hieß es, die Firma Wöhner werde das Götz-Gelände nur kaufen und neu bebauen, wenn der Kreistag sich für das Planfeststellungsverfahren zum neuen Verkehrslandeplatz entscheidet. Das ist inzwischen geschehen. Allerdings steht im Juni noch der Bürgerentscheid darüber aus, ob der Landkreis sich finanziell an Bau und Betrieb des neuen Flugplatzes beteiligt. Die Entscheidung, in welcher Form der Bebauungsplan zu erstellen ist und ob überhaupt gebaut wird, sollte bis dahin gefallen sein.