Sven Hauschke ist besorgt. Denn die drastische Verschlechterung der Corona-Situation in der Stadt wie im Landkreis Coburg hat auch Auswirkungen auf die Kunstsammlungen der Veste Coburg und das Glasmuseum Rosenau. "Wir fahren derzeit auf Sicht", erklärt der Direktor der Kunstsammlungen auch als Leiter des Glasmuseums.

"Täglich wird überprüft und abgeschätzt, wie wir in den nächsten Tagen verfahren müssen", sagt Hauschke mit Blick auf die Corona-Ampel, die in Stadt und Landkreis inzwischen auf "Rot" steht. Noch hat diese Warnstufe keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Zahl der zulässigen Besucher. Aktuell, so Hauschke, dürfen 200 Besucher auf der Veste eingelassen werden, im Glasmuseum derzeit 66.

"Das drückt auf die Stimmung"

Diese Zahl aber werde in der aktuellen Jahreszeit im Glasmuseum gewöhnlich nicht erreicht.

Bereits jetzt aber sei unverkennbar, dass die wachsende Unsicherheit Auswirkungen habe. "Das drückt auf die Stimmung - bei den Besuchern, aber auch bei den Mitarbeitern", sagt Hauschke, auch wenn in der Belegschaft die individuellen Reaktionen auf die Auswirkungen der Corona-Einschränkungen deutliche Unterschiede zeigen. Je länger die Situation dauere, umso schwieriger werde es.

"Der Schutz der Mitarbeiter und Besucher geht vor", erklärt Hauschke unmissverständlich: "Auf den Verkehrsflächen in der Veste tragen wir deshalb jetzt Masken, auch in den Büros versuchen wir, uns zu vereinzeln."

Workshop findet statt

Besonders bitter sei die Situation mit Einschränkungen und erneut drohenden Absagen derzeit für viele Kulturschaffende. Der für Anfang November geplante Workshop zum Abschluss der Sonderausstellung "Gravur Back on Tour" solle aber in jedem Fall stattfinden.

Das bestehende Hygienekonzept lasse die Durchführung auf jeden Fall zu. Optimistisch ist Hauschke derzeit auch noch, die gemeinsam mit der Gesellschaft der Musikfreunde Coburg am 19. November geplante Veranstaltung im Glasmuseum durchführen zu können. Für dieses Konzert mit Rezitation seien derzeit 60 Eintrittskarten vorgesehen, sagt Hauschke.

Weitere Reduzierung?

Sollte die Corona-Ampel auf "Dunkelrot" gestellt werden bis dahin, würde das eine Reduktion der Plätze auf maximal 50 bedeuten. Damit freilich wäre bei manchen Veranstaltungen eine Grenze erreicht bei der man sich fragen müsse, ob sich die Durchführung dann tatsächlich noch lohne.jb

Rund um das Glasmuseum Rosenau

Ausstellungs-Tipp "Gravur - Back on Tour" (bis 8. November) Öffnungszeiten täglich 9.30 bis 13 und und 13.30 bis 17 Uhr Katalog "Back on Tour - Riihimäki to Coburg 2019-2020", 107 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 15 Euro

Workshop Zum Abschluss der Ausstellung findet am 7. und 8. November im Studio des Glasmuseums eine Demonstration verschiedener Gravurtechniken mit Teilnehmern der Ausstellung statt.

Hygieneregeln Seit der Wiedereröffnung am 11. Mai dürfen Besucher des Glasmuseum in der Rosenau nur mit Mund-Nasen-Bedeckung betreten. Zudem muss der Mindestabstand eingehalten werden. Personen mit Erkältungssymptomen jeglicher Schwere dürfen das Museum nicht betreten.

Geschichte Seit 2008 befindet sich das Europäische Museum für Modernes Glas in einem Neubau, der vor allem dem Coburger Unternehmer und Mäzen Otto Waldrich zu verdanken ist, gegenüber der Orangerie von Schloss Rosenau.

Sammlungen Der lang gestreckte Bau besitzt 1260 Quadratmeter Ausstellungsfläche. In der Dauerausstellung des Erdgeschosses wird die Entwicklung des Studioglases von den 1960er Jahren bis heute gezeigt. Neben künstlerisch gestaltetem Gebrauchsglas und Objekten sind Skulpturen und Installationen aus Glas zu sehen. Den Kern der Sammlung bilden Werke, die auf den vier Coburger Glaspreisen der Jahre 1977, 1985, 2006 und 2014 präsentiert wurden.

Keramik Eine Glastreppe führt ins Obergeschoss zum Sonderausstellungsraum und zum Lampenglasstudio. Auf der Galerie erhält der Besucher Informationen zur Herstellung von Glas. Im Untergeschoss befindet sich die Studiensammlung Keramik mit ihren Beständen.red