Vor zweieinhalb Wochen gab es eine besondere Nacht. Ein Schneesturm zog übers Coburger Land, als ein Wüsten-Tier das Licht der Welt erblickte. Gut zwölf Stunden später kam das zweite Kamelbaby beim Circus Henry auf die Welt. Bei dem Zirkus, der sich wegen der Corona-Pandemie nun schon lange in Dörfles-Esbach niedergelassen hat, war das ein Grund für große Freude. Nun hatten die beiden Junior-Chefs des Zirkus, Werner und Robin Frank, wieder einen Anlass zur Freude. Dieses Mal ging es um die Aktion "Zwei auf einen Streich". Der Kamelnachwuchs bekam seine Namen.

Eine Kameltaufe ist in der Region wohl eher selten. Das Coburger Tageblatt hatte seine Leser deshalb dazu aufgerufen, Namen für die beiden Tiere vorzuschlagen. Zirkusdirektor Georg Frank hatte die Wahl und entschied sich für "Samba & Richezza". Diesen Vorschlag hatte Christine Heister eingereicht und nun bekam sie ihren Preis: Sie persönlich durfte die beiden jungen Kamele taufen. Sie werden nun "Samba & Richezza" genannt. Ihre Mütter, die bei der Prozedur nicht von ihrer Seite wichen, heißen Marussia und Maritza. Die Kleinen sind ja noch so schutzbedürftig.

Wer ist die Tierpatin?

Christine Heister ist Chefstewardess und Gästeführerin auf der Veste Coburg. Sie hatte sich Gedanken gemacht. Es sollte "was ganz Altes" werden und etwas, das die Coburger selbst nicht kennen. So kam sie auf den Namen Richezza. Das sei eine Prinzessin aus Polen gewesen, die ihre Coburger Güter dem Erzbischof von Köln vermachte. Dieser baute auf dem Hügel, wo heute die Veste steht, die Gründungskirche, die unter anderem mit Ausschlag für den Bau der Veste Coburg war. Im Jahr 1056 wurde Coburg in dieser Schenkungsurkunde das erste Mal offiziell erwähnt und gilt somit als "Geburtsjahr" für Coburg. Richezza wird "Rikezza" gesprochen. "Ich finde, dieser Name klingt so schön geheimnisvoll und märchenhaft und geradezu passend für eine hübsche Kameldame", begründete Heister weiter ihren Vorschlag.

Das zwölf Stunden später geborene Kamel soll Samba heißen. Das liegt nahe. Das Sambafest in Coburg sei als einziges europäisches Samba-Festival in diesem Ausmaß weltweit bis Brasilien bekannt, erklärte Christine Heister. Die Gangart einer stolzen Kameldame könne an einen rhythmischen Sambatanz erinnern, so umschrieb die Chef-Stewardess ihre Idee für diesen Namen. Die fröhlichen und lebensfreudigen Kamele seien einfach etwas Tolles, schwärmte die Namensgeberin. Zirkusdirektor Georg Frank bedankte sich für die ausgefallenen Namen für seine beiden Neuankömmlinge im Stall mit einer Ehrenkarte für die nächste Zirkusvorstellung. Christine Heister wünschte dem Circus Henry alles Gute, auf dass die Babys zu gesunden und glücklichen Kamelen heranwachsen.

Immer noch ist die wirtschaftliche Lage des Zirkus prekär. Wer den Circus Henry mit Futterspenden unterstützen möchte, kann sich unter Telefon 0152/53222806 gerne direkt an das Familienunternehmen wenden.