Wenn es auf der Bühne darum geht, die bunte Menge darzustellen, die die Szenerie belebt oder das Geschehen kommentiert, dann kommt er zum Einsatz: der Opernchor des Landestheaters Coburg. Oft müssen die Sängerinnen und Sänger an nur einem Abend in immer neue Rollen schlüpfen: In "My Fair Lady" beispielsweise fiebern die Damen als piekfeine englische Ladies beim Pferderennen in Ascot mit, bevor sie mit den Herren beim Ball durch den Buckinghampalast wirbeln oder alle gemeinsam als ausgelassenes Straßenvolk hochgemut die Hochzeit des alten Doolittle feiern.
Nun dürfen die 24 Sängerinnen und Sänger des Chors zur Abwechslung in die Hauptrolle schlüpfen: Seit November schon proben sie unter anderem an Brahms' "Lied von Shakespeare", Schuberts "Gesang der Geister über dem Wasser" oder Regers "Abendlied (Leise, leise)" - zu hören in einem Chorkonzert, das am Samstag, 7.
März, um 20 Uhr im Foyer der HUK Coburg (Willy-Hussong-Straße 2) stattfindet, und sich unter dem Motto "Geister- und Zigeunerchöre der deutschen Romantik" ganz dem Gesang und dem Klang der Stimmen widmet.
Das Konzertprogramm mit Chorliedern von Johannes Brahms, Franz Schubert, Max Reger und Robert Schumann stellt eine große Herausforderung dar, denn reine Chormusik gehört nicht zum üblichen Repertoire eines Opernchores.
"Nach den ersten Proben waren die Sänger wirklich fertig", schmunzelt Chordirektor Lorenzo Da Rio, für den mit dem Chorkonzert ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung geht. "Es ist einfach eine völlig andere Art zu singen, man benötigt eine andere Technik, muss jede noch so feine Nuance der Stimme einbringen. Für das Chorkonzert wollte ich ein Programm zusammenstellen, an dem die Chorsänger wachsen und neue Seiten an sich entdecken können. Deshalb habe ich auch ganz bewusst Reger und Brahms gewählt: Die haben nie eine Oper geschrieben, ein Opernchorsänger wird also im Berufsalltag mit dieser Musik nie in Berührung kommen." - Kartenvorverkauf: Tageblatt-Geschäftsstelle, Theaterkasse. ct