"Ich will die Unternehmen mit ins Boot nehmen", verkündete Bürgermeister Bernd Höfer (CSU/LV) anlässlich eines Runden Tisches, an dem vor allem Vertreter der größten lokalen Arbeitgeber saßen und bei dem es um den nicht so richtig in die Gänge kommenden Neubau der Staatsstraße 2205 zwischen Wiesenfeld und Beiersdorf ging.

Bevor ein Schreiben an Staatsminister Joachim Herrmann und Staatssekretär Gerhard Eck verfasst wurde, redeten die Firmenvertreter "frei von der Leber" über die für sie nicht befriedigenden Straßenanbindungen. "Auswärtige Besucher der Milchwerke Oberfranken schütteln nur den Kopf über diese Zufahrtsstraßen", meinte deren Chef Ludwig Weiß, der daran erinnerte, dass täglich rund 75 Lkw sowie 500 Beschäftigte mit ihren Autos auf das Firmengelände fahren und dass die schmalen Straßen eine Gefahr für Jogger, Radler und Pkw darstellten. "Die neue 2205 ist für uns von immenser Wichtigkeit", betonte Weiß. Auch bei ihrer Firmenein- und -ausfahrt gehe es gefährlich zu, berichteten von der Firma Leuwico Matthias Rothe und Georg Hemmerlein. "Die Straße hat eine enorme Bedeutung für eine Standortverstärkung", sagte Rothe, der in ihr eine Chance sieht für eine bessere Nahversorgung. Diese sei derzeit im Bereich Meeder unbefriedigend.


Das schlechteste Stück Straße

Hart ins Gericht mit den Verantwortlichen der Politik ging Stefan Hatzel von der gleichnamigen Firma in Wiesenfeld. Die derzeitigen Straßenverhältnisse seien eine Katastrophe und eine Schande nicht nur für die Region, sondern für ganz Bayern, meinte er. "Da sollte man den zuständigen Politikern mal auf die Füße steigen", polterte er, denn seit 1963 laufe das ganze Verfahren schon. Josef Babucke, der Fuhrunternehmer, erinnerte an Aussagen seiner Fahrer, die das letzte Stück Straße auf der Heimfahrt als das schlechteste bezeichneten.

Bürgermeister Bernd Höfer erinnerte daran, dass Staatssekretär Gerhard Eck vor eineinhalb Jahren gesagt habe, der Bau werde am Geld nicht scheitern. Zumindest sei die Entscheidung des bayerischen Verwaltungsgerichts, die das Baurecht bestätigte, ein positiver Aspekt. "Die 2205 ist die Nabelschnur der Gemeinde Meeder", sagte Höfer. Er legte eine Petition vor, die von den Gesprächsteilnehmern mitgetragen wird. Das Schreiben soll an den Staatsminister und den Staatssekretär geschickt werden. Es bestehe die Hoffnung, dass die leidvolle Situation der vergangenen Jahre schnellstmöglich durch den Freistaat Bayern beendet werde. Das Ziel in Meeder ist ein zügiger Ausbau, verbunden mit einer vorherigen Finanzierungszusage.

Was in dem Papier steht, skizzierte Bernd Höfer. Demnach sei es ausländischen Gästen schwer vermittelbar, dass die gewerblichen Partner nur auf einer Holperstrecke und nach einer Irrfahrt zu erreichen sind. Ein Neubau bedeute neben der Entlastung der Bürger in den Ortschaften Sulzdorf, Kösfeld und Wiesenfeld auch die Sicherung der Lebensgrundlagen und sei eine Frage des Wettbewerbs und der Zukunftssicherung. Zudem könnten Gewerbegebiete aktiviert werden, um eine leistungsstarke und wirtschaftlich gesicherte Region zu schaffen. Die Stellungnahmen der lokalen Unternehmen werden dem Antrag beigefügt.

Kritik äußerte Höfer, da eventuell mit Besitzinanspruchnahme oder Enteignungen zu rechnen sei, an den bayerischen Behörden. Sie seien bislang nur zögerlich oder noch gar nicht mit den Grundstückseigentümer wegen des Verkaufs ihrer Grundstücke in Verbindung getreten. "Bei uns war noch niemand", soll ein Eigentümer gesagt haben.