"Ist jetzt Pause", fragt so eine süße Kleine beim Verlassen der Reithalle. Ach, nööö. Das herrliche Puppen- und Menschenspiel ist schon vorbei. Dabei hätte es noch so viel zu erzählen gegeben aus den 15 Kinderbüchern des schwedischen Autoren und Zeichners Sven Nordqvist. Aber das Mukla hat tschüss gesagt. Aus. - Es sei denn, man guckt sich das nochmal an. Oder noch besser, irgendwann gibt es eine Fortsetzung.

Kinder wie Erwachsene haben sich nämlich bei der Premiere dieser jüngsten Familientheaterproduktion des Landestheaters Coburg ganz köstlich amüsiert. Sven Nordqvists Bilderbuchschöpfungen Pettersson und Findus wurden für eine dreiviertel Stunde körperhaft ungemein lebendig in Sandrina Nitschkes fröhlicher, origineller, musikalischer Bühnenfassung. Die mit viel Gesang und Musik ja fast ein Musical ist!

In der "Tischlerschuppen-Anarchie" des quietsch-fidelen Alten, des von Niklaus Scheibli sehr sympathisch dargestellten Pettersson auf dem einsamen Hof am Rande eines schwedischen Dorfes, helfen die Kinder ebenso fidel mit, den hühnergierigen Fuchs zu vertreiben.

Zuvor gab's Zoff zwischen dem aufmüpfigen Kater Findus und dem unglaublich gockeligen Caruso (Oliver Baesler). Die puppigen Hühner sind da schon längst in Deckung gegangen in diesem herzigen, großen Puppen- und Menschenhaus. (Ausstattung Till Kuhnert).

Das Entzückendste: Kater Findus verwandelte sich in Coburg beim Sprung aus dem Bilderbuch nicht in einen kostümierten Menschen, sondern in eine große Plüschpuppe mit grüngestreiften Hosen. Eva Marianne Berger führt und fühlt und spricht und singt Findus mit Händen und Füßen, ist präsent und doch aufgegangen in der Katzenpuppe. So eröffnet sich im alten Reiz des Puppenspiels eine fantasievollere und reichere Zwischenwelt.
Apropos traumhafte Zwischenwelt: Dem Puppenspiel- und Fantasie-Gott sei Dank haben die vom Landestheater uns ein Mukla gegönnt. Bei Sven Nordqvist hüpfen ja die kuriosesten von diesen winzigen Viechern herum.

In Coburg ist jetzt immerhin eins dabei, eins mit Tentakeln auf dem Kopf, kinderfahrradfahrend und mümpfelnd, kichernd und die ganze Zeit einfallsreich Musik machend. Was der Boris Stark, eigentlich Souffleur, halt alles so kann. - Also: Da ist dem Landestheater Coburg aber wieder mal ein ganz herrliches Stückchen Theater gelungen.

Pettersson und Findus Schauspiel von Sandrina Nitschke nach den Büchern von Sven Nordqvist. Ausstattung Till Kuhnert, Dramaturgie Dirk Olaf Hanke. Mit Niklaus Scheibli, Eva Marianne Berger, Oliver Baesler und Boris Stark. Weitere Termine 3., 4., 20. März, 9 und 11 Uhr, 21., 22. März, 15 Uhr, in der Reithalle.