Mit diesem Andrang hatte der Faschingsverein Seßlach nicht gerechnet: Dicht an dicht drängten sich am Samstagabend die Besucher im Sportheim. Lange vor Beginn des ersten Seßlacher Männerballett-Contests kam keiner mehr in die Veranstaltung, denn mehr als 378 Besucher passten beim besten Willen nicht in den Saal.
Sieben Gruppen aus den Landkreisen Coburg und Haßberge stellten sich dem Wettbewerb, zeigten stattliche Männerwaden und nackte Oberkörper, schlüpften in Frauenfummel und Tutu, verkleideten als Zwerge oder Bienen. Manche eine Gruppe zeigte auch beachtliches Tanztalent, Akrobatik- und Turneinlagen. Die Besucher jubelten aus voller Kehle, applaudierten lautstark und waren restlos begeistert.
"Wir sind überwältigt", sagte Sitzungspräsident Jens-Peter Scholz angesichts des Besucherandrangs.
Seßlachs Bürgermeister Martin Mittag, bekanntlich auch ein Mauerschwälbchen, betonte, dass der Fasching selbstverständlich auch in Seßlach am Aschermittwoch vorbei sei. "Es handelt sich um keine Faschingsveranstaltung, sondern um einen hochsportlichen Event", verkündete er. Die Seßlacher könnten eben auch außerhalb des Faschings feiern.
Angesichts der großen Resonanz auf die Veranstaltung wünschte er sich eine Dreifachturnhalle mit 5000 Plätzen für Seßlach. Seine Forderung an Landrat Michael Busch, bei den kommenden Kreistagsberatung berücksichtigt zu werden, war freilich nicht ganz ernst gemeint.
In der Jury saßen jeweils ein Vertreter der jeweiligen Vereine, sowie Busch und der Landrat der Haßberge Wilhelm Schneider. Die Jury musste die Kostüme, die Choreografie, die Grundidee und Originalität der Darbietungen bewerten. Für den Auftritt als Nummern-Girls schlüpften stattliche Mannsbilder in sexy Dessous und die Show begann unter dem ohrenbetäubenden Jubel des Publikums.
Jens-Peter Scholz freute sich, dass erstaunlich viele junge Männer auftreten. Auf das Siegertreppchen stiegen schließlich das Männerballett "Ermezia" aus Ermershausen, die als Ghostbusters überzeugten, den zweiten Platz belegte der HCC Hofheim, die Männer tanzten sich vom Tellerwäscher bis zum Millionär hoch und lieferten Akrobatikeinlagen, der dritte Platz gehörte den Deffects der Effects Coburg mit Schneewitchen und den Zwergen aus dem Frankenwald.
Desweiteren vergab die Jury ausschließlich vierte Plätze an die Gruppen aus Kirchlauter, Maroldsweisach, Untersiemau, auch für die Gastgeber aus Seßlacher. Aber um den Sieg ging auch gar nicht, sondern um die Riesengaudi und die soll bereits im Sommer auf dem Sportplatz wiederholt werden.