Coburg
Tennis

Erinnerungen werden wach...

Kevin Krawietz und Andreas Mies schmetterten in der 2. Runde der French Open ihre Gegner aus Argentinien vom Platz.
Die Absprachen zwischen Kevin Krawitz (links) und Andreas Mies passten. Das Titelverteidiger-Duo von Paris zeigte in der 2. Runde eine grandiose Leistung und besiegte das argentinische Doppel Schwarztman/Coria mit 6:2 und 6:0. Foto: Archiv
Die Absprachen zwischen Kevin Krawitz (links) und Andreas Mies passten. Das Titelverteidiger-Duo von Paris zeigte in der 2. Runde eine grandiose Leistung und besiegte das argentinische Doppel Schwarztman/Coria mit 6:2 und 6:0. Foto: Archiv

Das macht Hoffnung und bietet darüber hinaus sogar reichlich Platz für kühne Spekulationen! Der zweite Auftritt der amtierenden French-Open-Sieger Kevin Krawietz und Andreas Mies beim diesjährigen Grand Slam-Turnier in der französischen Hauptstadt erinnerte gestern Mittag nämlich an souveränen Siege aus dem Vorjahr.

Beim glatten 6:2 und 6:0-Sieg über das im Vorfeld hoch gehandelte argentinische Doppel Federico Coria/Diego Schwartzman funktionierte bei den beiden Deutschen nahezu alles. Es war ein perfektes Match von "Kramies"!

Vor allem die Returns passten. Schon im ersten Durchgang nahmen der Coburger und sein Kölner Partner ihren Kontrahenten gleich dreimal den Aufschlag ab und legten so den Grundstein des Erfolges. Im zweiten Satz ließen sie den Gegnern dann überhaupt keine Chance mehr und gaben nicht einmal ein Spiel ab.

Perfekte Returns

Die beiden Argentinier wirkten schnell angezählt und genervt ob der Treffsicherheit der Titelverteidiger, die zweifelsohne am Donnerstag einen Sahnetag erwischten. Nur ein Beispiel: Fast 90 Prozent gewonnener Bälle beim ersten Aufschlag. Mit dieser Quote ist den beiden Sandplatz-Spezialisten schwer beizukommen, weil anschließend vor allem der Kölner seine Macht am Netz eindrucksvoll demonstrierte. Seine Volleys verwandelte er traumhaft sicher - so wie 2019! Sein Partner aus Witzmannsberg stand ihm dabei aber kaum in etwas nach. Auch Krawietz spielte nahezu fehlerlos.

Der zweite Satz begann so, wie der erste endete, nämlich mit haushoher Überlegenheit der sich nun auffallend immer wohler fühlenden Champions. Erneut breakten Krawietz/Mies zweimal hintereinander die konsternierten Argentinier, die nach dem schnellen 0:3-Rückstand kaum noch ernsthafte Gegenwehr zeigten und denen im weiteren Verlauf nur noch wenig Punkte gelangen. Dementsprechend war auch die Körpersprache von Schwarzman und Coria. Sie sprach Bände.

Ein erhebendes Gefühl

Spätestens in dieser souveränen Phase spürten Kevin Krawietz und Andreas Mies sicher wieder das erhebende Gefühl ihres French-Open-Triumphes vom Vorjahr. "Auch in zehn oder 20 Jahren wird es für uns ein spezieller Ort sein", sagte Krawietz schon nach ihrem Erstrundensieg. "Ob wir in die Physioräume oder zum Essen gehen - wir erinnern uns immer an die kleinen Dinge, die uns Energie verleihen. Es ist wunderbar, zurück zu sein," schwärmte der Coburger gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Nur keinen Druck aufbauen

Den Druck will das Duo aus Coburg und Köln bei der Mission Titelverteidigung nicht zu sehr an sich herankommen lassen. "Vor der ersten Runde haben wir gesagt, dass wir mit derselben Einstellung in die Matches gehen wollen, die uns letztes Jahr so weit gebracht hat", sagte Mies. Es gelte, Lust auf das Gewinnen zu haben und keine Angst vor dem Verlieren.

Und genau das demonstrierten die beiden Doppelspezialisten in der 2. Runde auch. Denn nach gerade einmal einer Stunde standen "Kramies" in der nächsten Runde. Die beiden deklassierten Südamerikaner mussten anerkennend am Netz gratulieren und die Überlegenheit der an diesem Tag erstmals seit langer Zeit wieder in "Paris-Form" auftretenden Titelverteidiger anerkennen.

Sollten die beiden Champions diese Form bestätigen, ist mit dem an Position 8 gesetzten Duo in Paris wieder zu rechnen.