Das Bild vom "Sanierungsgebiet Steinwegvorstadt" wird konkreter: Seit Montag können im Foyer der Wohnbau Stadt Coburg (WSCO) die Arbeiten aus dem Realisierungswettbewerb Lohgraben besichtigt werden. Elf Büros hatten Entwürfe eingereicht, mit den drei ersten Preisträgern soll nun weiterverhandelt werden.

Dabei hatte es mit dem Berliner Büro A24 Landschaft einen eindeutigen Sieger gegeben. Aber das Team um Jan Grimmek soll noch einige Hausaufgaben machen, wie es Gerd Aufmkolk, der Vorsitzende der Jury formulierte. Gleiches gilt für die Zweit- und Drittplatzierten, Graber-Huber-Lipp (Freising) und Lex-Bergner (Bockhorn). Gefragt sind Vorschläge, wie zum Beispiel der Kreuzungsbereich von Gerbergasse, Steinweg und Heiligkreuzstraße gestaltet werden kann oder was mit der Mauer rund ums Postareal passieren soll. Auch das Thema Wasser soll weiter bearbeitet werden: Alle drei Büros greifen auf, dass der Lohgraben einst dem Hahnfluss folgte. Doch wenn dort ein neuer Wasserlauf geschaffen werden soll, dann will die Wohnbau schon im Vorfeld wissen, welcher Aufwand dafür zu erwarten ist. Der Siegerentwurf von A24 sieht vor, dass an einigen kleinen Plätzen Wassergärten entstehen, die sich aus Regenwasser speisen.

Insgesamt werde dieser Entwurf der Tatsache gerecht, dass der Lohgraben "in zweiter Reihe liegt", wie Aufmkolk erläuterte: Es handele sich weder um einen repräsentativen und zentralen Platz noch um eine Fußgängerzone. "Wir wollten einen Ort zum Entdecken schaffen", beschrieb es Jan Grimmek. Der Lohgraben solle als öffentlicher Raum und "Wohnzimmer für die Anwohner" dienen.

Anschlüsse für Regiomed

Der Realisierungswettbewerb hätte schon im Jahr 2018 stattfinden sollen. Die erste Verzögerung ergab sich dadurch, dass Regiomed eigentlich auf dem Hof hinter dem Postgebäude ein Seniorenzentrum errichten will. Die Planungen sollten aufeinander abgestimmt werden, erläuterte Christian Meyer, Geschäftsführer der Wohnbau. Das habe sich wegen "der Turbulenzen bei Regiomed" allerdings hingezogen. Immerhin sei aber nun festgelegt, wo die Zugänge und Anlieferungszonen für das Seniorenzentrum liegen sollen. Auf den Entwürfen ist im Posthof ein U-förmiger Baukörper als Platzhalter für das Seniorenzentrum zu sehen.

Ende 2019 konnte der Wettbewerb dann starten. 15 Büros waren zur Teilnahme eingeladen worden; sieben davon waren vorab ausgewählt, die anderen acht wurden aus 40 Bewerbungen europaweit ausgelost. Eingegangen waren am Ende elf Entwürfe, erläuterte Marek Stadthaus vom Büro Schirmer (Würzburg), das den Wettbewerb betreut hatte. Die Auswertung sollte eigentlich im März erfolgen, doch dann machten die Anti-Corona-Maßnahmen den Termin unmöglich. Nun fand die Jury-Sitzung am 1. Juli statt.

Kostenrahmen einhalten

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) hatte aber nicht nur diese Verzögerungen im Blick, als er sagte, dass die Steinwegvorstadt nun konsequent angegangen werden solle. Er habe das Sanierungsprojekt von seinem Vorgänger Norbert Tessmer geerbt und dieser wieder von seinem Vorgänger Norbert Kastner. Er, Sauerteig, habe den Ehrgeiz, die Einweihungsparty noch im Amt zu feiern. Die Stadt werde aber auch darauf achten, dass Kostenpläne eingehalten werden, betonte Sauerteig. Die Umgestaltung des Lohgrabens ist mit 2,15 Millionen Euro netto angesetzt. Der Realisierungswettbewerb koste etwa 100000 Euro, sagte WSCO-Geschäftsführer Meyer. Dafür habe man elf Pläne erhalten im Gegenwert von rund 330000 Euro.