Es war ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt: Über 5100 ehrenamtliche Arbeitsstunden haben die Mitglieder der Feuerwehr und der BRK-Bereitschaft in den vergangenen beiden Jahren geleistet, um gemeinsam den Neubau eines Doppelgerätehauses zu verwirklichen. Am Samstag - bei einem Festakt und dem kirchlichem Segen - war es nun an der Zeit, die vielen Helfer für ihr außergewöhnliches Engagement zu würdigen.
Ab sofort haben Fahrzeuge der BRK Bereitschaft Hassenberg und Feuerwehr Wörlsdorf eine gemeinsame Bleibe. Außerdem entstanden im Obergeschoss Räume für den Marienverein Hassenberg.
Als "großes Bauwerk für kleines Geld" würdige der Sonnefelder Bürgermeister Rainer Marr (CSU) das entstandene Gemeinschaftsgebäude. Das Gemeindeoberhaupt erinnerte daran, dass die ersten Planungen bis in das Jahr 2009 zurück gingen.
Es sei damals schon ein bisschen überraschend gewesen, als Bereitschaftsleiter Markus Reißenberger im Rathaus seine Gedanken zu einem Neubau vorbrachte. Eine Idee, der aber die Verwaltung nicht nur bei der Standortsuche schnell und positiv gegenüber stand. Beim finanziellen waren die sich Partner zügig einig: Die kommunale Förderung wurde auf 60 000 Euro festgeschrieben. Verwirklicht werden, daran erinnerte Marr ausdrücklich, konnte das Projekt nur dank der vielen uneigennützigen Helfer. Darunter waren auch Bürger, die keiner der drei Nutzer-Organisationen des neuen Mehrzweckhauses angehören.
Ulrich Biesenecker (Vorsitzender der Feuerwehr) wusste beim Festakt aber, dass auch er und seine Mitstreiter der Gemeinde viel zu verdanken haben. In erster Linie für die Bereitstellung des Geländes. Nur so sei es möglich gewesen, dass das ehemalige Rathaus, die Gerätegarage mit Schlauchtrockenturm und der Neubau nun eine Einheit bilden. "Von hier aus sind unsere Einsätze leichter zu bewältigen", sagte Biesenecker.
Gute Zusammenarbeit bei der Planung und Realisierung attestierte Architekt Hans-Georg Frank den beteiligten Behörden. Nachdem fest stand, dass die bisherigen Unterkünfte in Hassenberg und Wörlsdorf für neue Aufgaben der Hilfsorganisationen ungeeignet sind, arbeitete er für den Neubau insgesamt sechs Entwürfe aus. "Unbezahlbare Hilfestellung", die von der Materialbeschaffung bis zum Personaleinsatz und der Bauüberwachung reichte, habe ihm dabei der BRK-Bereitschaftsleiter Markus Reißenberger geleistet. Firmen aus der Baubranche unterstützten das Projekt durch Materialspenden und weitere Dienstleistungen. "Insgesamt summiert sich die Unterstützung von außen auf über 100 000 Euro", berichtete Frank.
Landrat Michael Busch (SPD) bezeichnete den Neubau sah als "wichtigen Baustein für ehrenamtlichen Einsatz". Mit Blick auf den demografischen Wandel gab Busch gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das neue Doppelgerätehaus für junge Menschen Anreiz mögen werde, den Weg zum BRK oder zur Feuerwehr zu finden.
"Das ist eine gelungene Investition in die Zukunft", sagte Kreisbrandrat Manfred Lorenz, nachdem er das Gebäude in Augenschein genommen hatte. Es verdiene Dank und Anerkennung, was die Aktiven während der Bauzeit in ihrer Freizeit leisteten. Beeindruckend war für Lorenz aber auch die Spendenbereitschaft von Firmen und Bevölkerung. Mit der Feststellung "Nur gemeinsam sind wir stark" unterstrich der Coburger BRK-Kreisbereitschaftsleiter Udo Hoppe das ehrenamtliche Engagement der Hilfsorganisationen im Steinachtal. "Hier steht stets der Gedanke zum Helfen im Vordergrund", sagte Hoppe.
Die über Monate andauernde Einsatzbereitschaft des Bereitschaftsleiters Markus Reißenberger rückte dessen Stellvertreter Timo Limmer ins rechte Licht. "Markus Reißenberger hat seine Gedanken um den Neubau von Anfang an umgesetzt", sagte Limmer. Dabei habe der Bereitschaftsleiter wohl an die 1000 Stunden seiner Freizeit geopfert. Limmer brachte dieses Engagement auf den Punkt: "Er lebte mit dem Bau, lebte für den Bau". Im Gebet stellte Pfarrer Ronald Henke das neue Bauwerk unter Gottes Schutz und Segen. oe