Es ist alter Müll, der jetzt Sorgen bereitet. Seit Jahren schlummert er in der früheren Deponie des Stadtteils Wildenheid. Längst ist nicht nur Gras über den aufgeschütteten Hügel gewachsen. Was in Zukunft damit geschehen soll, ist unklar. Aber es könnte teuer werden, wie bei der Sitzung des Umweltsenats am Mittwoch deutlich wurde.


Die Frage ist, ob das, was da im Boden steckt, eine Gefahr für das Grundwasser darstellt. Daher forderten Landratsamt und Wasserwirtschaft eine Untersuchung an. Eine erste Untersuchung zur Historie der Fläche wurde schon 1994 angefertigt und musste daher nicht neu erstellt werden. 2013 sollte eine so genannte "orientierende" Untersuchung durchgeführt werden. Auch die durfte nach Auskunft der Stadtverwaltung dann unterbleiben, weil sie nicht als dringend erforderlich angesehen wurde.
Nun geht es aber um die Frage einer Sanierung.


Wie diese aussehen könnte, steht ebenfalls noch nicht fest. Im schlimmsten Fall müsste alles, was einst abgelagert wurde, entfernt und eventuell kontaminiertes Erdreich ausgebaggert werden. Die Stadt könnte mit einem Eigenanteil an den Kosten in Höhe von geschätzten 189 000 Euro beteiligt werden. Fördermittel von der Gesellschaft für Altlastenentsorgung sind möglich und wurden auch bereits beantragt. Wie es nun weitergeht mit der alten Deponie, wird sich wohl im kommenden Jahr erweisen.


Gute Jahre im Wald

Bessere Nachrichten hatte da Förster Frank Wystrach mit zur Sitzung des Umweltsenats gebracht. Er betreut den Neustadter Stadtwald. In den beiden vergangenen Jahren wurden dort erhebliche Mengen Holz eingeschlagen. Etwa 800 Festmeter im vergangenen und 1300 Festmeter in diesem Jahr brachten der Stadt einen Gewinn von rund 100 000 Euro. "Es wurden vor allem starke, hiebreife Fichten gefällt", erklärte Wystrach. Die Holzernte wurde überwiegend mit Maschinen vorgenommen. Die Stadt profitierte dabei vom derzeit recht guten Holzpreis. Wystrach betonte, dass bei aller Entnahme darauf geachtet wurde, mit dem Einschlag weit unter dem zu bleiben, was im Wald nachwächst. Die Nachhaltigkeit des Wirtschaftens sei also gesichert.


Weniger gut als die jüngsten Ernteergebnisse sind allerdings die Prognosen für die kommenden beiden Jahre. Wegen des extrem trockenen und heißen Sommers in diesem Jahr rechnen die Experten mit einer hohen Belastung durch den Borkenkäfer vor allem im kommenden Jahr. Möglicherweise wird es dann geboten sein, bei entsprechendem Befall rasch zu handeln. Die Holzpreise könnten allerdings fallen. Wo im Stadtwald nachgepflanzt wird, orientiert man sich inzwischen vor allem an den Standortbedingungen und den Folgen, die der Klimawandel mit sich bringt. Daher werden fast ausschließlich Laubbäume gepflanzt.


Bäume für Familien

An seine Grenzen stößt ein ganz anderer Wald in Neustadt. Seit 2011 gibt es den Familienwald. Geburt, Hochzeit, Taufe, Konfirmation oder Kommunion oder einfach irgendein Jubiläum - wer ein besonderes Ereignis durch das Pflanzen eines Baumes in Erinnerung halten will, kann dort einen Baum pflanzen. 145 solcher Erinnerungsbäume wurden schon gepflanzt. Zweimal im Jahr gibt es einen Pflanztag. Am Freitag ist der letzte. Dann ist der Familienwald voll.

Weil es so viele Neustadter gibt, die gern einen Baum in einem Familienwald pflanzen wollen, wurde nun eine neue Fläche in der Nähe des Rottenbachteiches ausgesucht. Dort stehen für die kommenden Jahre 12 800 Quadratmeter zur Verfügung. Als Bäume sollen regionaltypische Arten infrage kommen. Eichen, Hainbuchen, Sommer- und Winterlinden beispielsweise sollen den neuen Familienwald bilden.


Bäume sollen fallen

Gefällt werden soll eine Linde, die vor einem Gebäude in der Lindenstraße steht. Die Äste reichen an die Fassade heran, der Pflanzteller ist zu klein und der Baum steht recht nah an der Fahrbahn. Außerdem wurde er durch ein Fahrzeug bereits beschädigt. Für die Mitglieder des Senats war es daher keine Frage, dass die Linde ersatzlos beseitigt wird.


Anders bei zwei Säuleneichen in der Lenaustraße. Anlieger beantragten die Fällung, weil die Wurzeln der Eichen bereits eine Mauer beschädigt haben. Sie stehen weniger als die vorgeschriebenen zwei Meter nahe an der Grundstücksgrenze. Die Anlieger baten daher darum, sie zu fällen und durch Ersatzpflanzung anderer Baumarten zu ersetzen. Sie würden sich an den Kosten beteiligen und die neuen Bäume sogar gießen.



Bedenken gab es im Senat, weil die beiden an die 25 Meter hohen Bäume durch ihre Größe als Brut- und Biotopbäume bereits einen erheblichen Wert für die Natur haben. Am Ende fand sich aber eine Mehrheit für die Fällung und Ersatzpflanzung.