In welchem der der Coburger Parkhäuser und der Tiefgarage am Albertsplatz ist noch ein Stellplatz frei? Oder gibt es noch einen Parkplatz auf dem Ketschenanger oder im geplanten Parkhaus auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes? Für diese Information an die Autofahrer sind vor mittlerweile 30 Jahren Anzeigetafeln installiert worden. Aber das System ist in die Jahre gekommen, die technischen Mängel haben zu einem Totalausfall geführt, die Anzeigen funktionieren mitunter nicht mehr. Deshalb investiert die Stadt nun in ein neues und vor allem dynamisches Parkleitsystem. Der Senat für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bauwesen sprach sich am Mittwoch einstimmig dafür aus.

Uwe Kaltenmark von der Schlothauer & Wauer Ingenieursgesellschaft für Straßenverkehr erläuterte die Vorplanung. Dabei gelte es, die Autofahrer frühzeitig zu den freien Stellplätzen zu lotsen und unnötigen Parksuchverkehr zu verhindern. Schon heute zählen die Schranken an den Ein- und Ausfahrten der Parkhäuser und der Tiefgarage die ein- und ausfahrenden Wagen, geben die Daten an einen zentralen Rechner weiter und dieser steuert - falls er funktioniert - die Anzeigen auf den Wegweisern.

Dynamische Schilder

Kaltenmark stellte die dynamischen Schilder vor, die die freien Stellplätze in den Parkhäusern anzeigen. Weiter gebe es die Möglichkeit, zusätzlich Textzeilen mit in erster Linie Straßenverkehrshinweisen zu ergänzen. Aber etwa auch touristische Botschaften könnten dort erscheinen. Herkömmliche Metalltafeln seien an den Einfallstraßen vorgesehen. Darüber hinaus müssten Strom- und Datenkabel sowie Fundamente verlegt und gebaut werden.

Ein Sonderfall sei der Ketschenanger. Dort würden bislang die Fahrzeuge mit Induktionsschleifen erfasst, was aber nicht sehr genau sei. Diese Technik kann nicht zwischen Auto und Motorrad unterscheiden. Genauer seien hier Drucksensoren. Die Fahrzeugzählung am Ketschenanger sollte aber verbessert werden, "um die Glaubwürdigkeit in das Parkleitsystem zu erhöhen".

"Parkleitsysteme verbessern den Verkehrsfluss, da sie den Park-Suchverkehr reduzieren", sagte Kaltenmark auf eine Frage von Petra Schneider (SPD). Ja, und auch kleine und mittelgroße Städte setzten auf solche Systeme, so Kaltenmark zur grundsätzlichen Frage nach der Notwendigkeit.

Selbstverständlich könnten die Daten eines Parkleitsystems auch für Apps verwendet und Hinweise auf P&R-Plätze bei Großveranstaltungen auf den dynamischen Schildern mit aufgenommen werden.

Zeitgemäß

Für Peter Kammerscheid (pro Coburg) gehört ein intelligentes Parkleitsystem in die heutige Zeit. Beim Ketschenanger könne man sich wegen des großen Aufwands eine "gewisse Ungenauigkeit erlauben". Immerhin werde der Anger als Festplatz genutzt. Dazu wären Ein- und Ausfahrtsschranken hinderlich.

Die Kosten für ein Parkleitsystem in Coburg bezifferte Uwe Kaltenmark auf rund 670 000 Euro. Ungeklärt sind dabei Zuschüsse, auch Lösungen für den Ketschenanger sind nicht in dieser Summe enthalten.