Das Festzelt ist rappelvoll, die Stimmung tobt. Das ein oder andere Bier haben sich meisten Besucher bereits gegönnt und feuern mit Applaus und Zugaben-Rufe ihre Idole an. Was sich anhört wie ein ausgelassenes Rockfestival, ist der Seniorennachmittag beim Coburger Vogelschießen.
"Lasst die Sorgen heute zu Hause und lasst uns einen schönen Nachmittag verbringen", fordert Zweiter Bürgermeister Norbert Tessmer (SPD) das Publikum in seinem Willkommensgruß auf.
Los geht es mit Mario Bamberger und seinen Gaudi-Buam. "Das Coburger Senioren-Publikum ist das beste Publikum überhaupt", ruft Mario Bamberger seinen Fans zu. "Ich spiele bereits das vierte Mal und, egal welches Wetter, die sind einfach immer gut drauf."
"Es ist toll, mal rauszukommen und abzuschalten, über nichts nachdenken zu müssen", findet Inge Scholz, die gemeinsam mit den Freunden vom Seniorenverein Meeder gekommen ist. "Die Künstler, die Stimmung, die ganze Atmosphäre hier macht riesig Spaß."
Doch nicht jeder im Publikum ist begeistert: "Wir können auf unseren Plätzen überhaupt nichts sehen", beschwert sich Lore Bätz. Sie habe für sich und ihre Freunde extra wie im vergangenen Jahr Tisch Nummer 6 im Vorverkauf gebucht, denn der sei genau vor der Bühne gewesen. "Aber jetzt haben sie die Bühne umgestellt und wir können nur die Musikboxen sehen. Das hat uns beim Vorverkauf keiner gesagt, einen Sitzplan haben wir auch nicht gesehen", schimpft die Seniorin. Beim Personal nachgefragt habe sie aber noch nicht. "Ist ja niemand zuständig", sagt sie.

Schnelle Hilfe bei Platzsuche

Eine Lösung ist zum Glück schnell gefunden: Als Hermine Seelig, "Wiesenwirtin", wie sie so schön von Tessmer bezeichnet wird, von der Situation erfährt, setzt sie die komplette Gruppe kurzerhand um, sodass diese die Bühne wenigstens von der Seite gut sehen kann. "Viel besser", findet Lore Bätz und kann den Nachmittag nun doch noch genießen.

Publikum fordert Zugabe

Musikalisch geht es mit den Geschwistern Niederbacher weiter, die das Publikum mit "Ein Lied für Mama" zum Schunkeln verleiten. So richtig blühen die Senioren besonders beim Auftritt der Randfichten auf. "Wir sind als Stimmungsmacher bekannt, also werden wir jetzt richtig Stimmung machen", ruft Thomas Unger von den Randfichten seinen Fans zu. "Zugabe!", fordern diese nach jedem Lied und klatschen und schunkeln im Takt.