Es ist ein Jahr her, dass bei einer Gemeinderatssitzung intensiv über die geplante Fällung des Pappelwäldchens diskutiert wurde. Während der Gemeinderat einschließlich Bürgermeister Udo Döhler (UBV) die Aktion für die Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht befürworteten, waren einige Bürger völlig anderer Meinung. Sie wollten, dass die Hybridpappeln, Silberweiden und Eschen stehen bleiben können, und hatten sogar einen Antrag bei der Gemeindeverwaltung auf Erhalt des Pappelwaldes eingereicht.

Ein Jahr später sind die Bäume immer noch da. Der Bürgermeister nannte bei der Sitzung am Donnerstag die Gründe für die stockende Fällung. Eigentlich sollte der Maschinenring die 150 Bäume fällen. Doch der milde Winter 2019/20 mit wenig Frost hätte die Fällarbeiten verhindert. Zeit verstrich und aus Naturschutzgründen durften die Arbeiten von März bis September nicht durchgeführt oder nachgeholt werden. Döhler berichtete, er habe beim Maschinenring angefragt, ob ab Oktober dieses Jahres der Auftrag ausgeführt werden könne. Er habe zur Antwort bekommen, dass aufgrund der katastrophalen Borkenkäfersituation anderweitige Einsätze Vorrang hätten. Döhler: "Nun wurde zugesichert, Anfang November mit der Fällung zu beginnen, sofern die Witterung es zulässt." Mit der Alternative, einen anderen Bewerber zu beauftragen, konnte sich der Gemeinderat nicht anfreunden und will es beim Maschinenring belassen.

"Weiter im Auge behalten"

Der für Anfang November vorgesehene Probebetrieb einer Stadtbushaltestelle an der ehemaligen Passchendaele-Kaserne wird vorläufig nicht vorgenommen. Das Angebot der SÜC wird eventuell erst 2021 in Anspruch genommen. Die Gründe liegen an der Corona-Situation, woraus eine geringe Frequentierung resultieren könne. Die Kosten seien aber mit rund 18000 Euro angegeben. Allerdings soll dieser Betrag im Haushalt 2021 zunächst vorgesehen werden. Bei einer Normalisierung der Pandemielage will sich der Gemeinderat erneut damit beschäftigen. Das deutete auch Gemeinderat Peter Schneider (UBV) an: "Weiter im Auge behalten."

"Wir haben alles bekommen, was zu bekommen war", analysierte der Bürgermeister lakonisch den Tagesordnungspunkt "Beitritt zur Interessengemeinschaft Bahn-Lückenschluss Coburg-Südthüringen" in Anspielung auf A 73, ICE-Strecke und Stromleitung im Gemeindegebiet. Deshalb beschloss das Gremium einstimmig keinen Beitritt. Allerdings möchte die Gemeinde aktiv mitwirken, wenn es um ein eventuelles Raumordnungsverfahren und die Planfeststellung gehen wird. Betont wurde, dass eine Reaktivierung der ehemaligen Werrabahn durch das Gemeindegebiet wegen der Bebauung unmöglich sei und die Durchfahrt von Dörfles-Esbach durch eine weitere Variante, die Einschleifung aus der ICE-Neubautrasse, zu einer nicht hinzunehmenden Erhöhung der Taktfrequenz führe. Ohnehin sei Dörfles-Esbach durch drei Bahnübergänge mit längeren Wartezeiten derzeit genug "gebeutelt". Döhler: "Ich halte die Strecke über Bad Rodach für sinnvoll."