Es ist der Februar 2014, als der Polizei in Coburg mitgeteilt wird, dass am Ufer der Lauter, hinter der Tankstelle in der Callenberger Straße, eine Leiche vergraben sein soll. Die Ermittler gehen dem Hinweis nach. Sie finden Knochen eines Mannes, der offenbar ein gewaltsames Ende gefunden hat. Viel mehr gibt es gut vier Monate später auch nicht dazu zu sagen.

"Es gibt Ermittlungsansätze", erklärt Jürgen Stadter vom Polizeipräsidium in Bayreuth. Doch einfach hat es die Polizei nicht. Beim Opfer handelt es sich um einen Mann, der zur Tatzeit nicht sesshaft war. Es gab daher keine Vermisstenanzeige, die weiterhelfen könnte.

Viel Mutmaßungen

Spekulationen, es könnte sich um mehrere Täter handeln, bestätigt Stadter nicht. Es ist wohl eher eine schnell gefasste Spekulation, dass da eine Gruppe von Obdachlosen zusammen den Platz an der Lauter ansteuert, um dort zu trinken. Irgendwann gibt es Streit unter den Leuten, die sich vielleicht gar nicht länger kennen. Es kommt zur Prügelei. Am Ende liegt einer tot da. Um die Tat zu vertuschen, graben die Beteiligten die Leiche ein. Sie versprechen einander, dicht zu halten. Dann, Jahre später hält es einer nicht mehr aus. Sein Gewissen plagt ihn zu sehr. Er geht zur Polizei. Weil er andere Beteiligte nicht verpfeifen will, bleiben seine Angaben vage.

So könnte es tatsächlich gewesen sein. So wäre es in einem Vorabendkrimi. Die Polizei steht vor dem Problem, dass sie herausfinden muss, ob es in Wirklichkeit auch so gewesen ist. Ob die Täter noch leben, wo sie stecken, was ihnen nachgewiesen werden kann.

Bis das gelungen ist, bleibt es bei der Auskunft: "Es gibt Ermittlungsansätze." Und es bleibt bei Geschichten, die in Coburg die Runde machen.