War die 25:27-Pleite von Pirna auch das zweite vorzeitige Ende von Hrvoje Horvat beim HSC 2000 Coburg? Vieles deutet seit Samstag auf einen Kurswechsel beim Handball-Drittligisten hin. Zu groß ist die Enttäuschung über das Abschneiden der "Gelb-Schwarzen" im bisherigen Saisonverlauf.

Bereits nach der Niederlage bei Schlusslicht Cottbus, als der nicht nur intern, sondern spätestens seit Samstag auch in Fankreisen umstrittene Chefcoach öffentlich meinte, dass er sich nichts vorzuwerfen habe, wurde hinter den HSC-Kulissen über eine vorzeitige Trainer-Entlassung diskutiert. Nun hat "Czeba" seine letzte Chance verspielt, spätestens in der kurzen Winterpause wird es nach Tageblatt-Informationen zu einem Wechsel auf der Kommandobrücke kommen.

"So direkt nach dem Spiel möchte ich dazu nichts sagen.
Wir müssen das erst einmal analysieren und besprechen", äußerte sich der maßlos enttäuschter HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel. Die konkrete Frage, ob Horvat auch im ersten Spiel 2013 in Magdeburg noch Trainer ist, beantwortete Apfel eher ausweichend. Ein Bekenntnis zu Horvat hört sich auf jeden Fall anders an. Der klare Vertrauensbeweis für den Kroaten blieb aus.

Bereits heute Abend findet eine Vorstandssitzung statt. Auch wenn es eine turnusgemäße ist, dabei wird es nur ein Thema geben: "Geht es mit oder ohne Horvat ins neue Jahr"!

Gegen Horvat gerichtet

In Pirna konnte man sich des Eindruckes nicht verwehren, dass die eigentlich charakterstarke HSC-Mannschaft in Teilen, zumindest unbewusst, gegen Horvat spielt. Zu oft war man nicht auf der Höhe des Geschehens. Auch die Stimmung zahlreicher Fans ist gekippt, hat sich endgültig gegen Horvat gewendet.

Ob der Coburger Trainer mit einer Freistellung rechnet, blieb sein Geheimnis. Jedenfalls verabschiedete er sich lächelnd: "Ja, bis zum Mittwoch", also zu dem Zeitpunkt, an dem das Tageblatt Statements von "Czeba" für das nächste Spiel einholt. Aber Horvats Mimik und Gestik verrieten, dass er sich seiner Sache gar nicht mehr so sicher ist. Sicher ist, dass der HSC 2000 Coburg auf der Suche nach einem neuen Trainer ist. Das hat sich längst herumgesprochen. Mit Miroslav Celic hat sich ein A-Lizenz-Trainer, der zuletzt in Aschersleben wirkte, am Donnerstag aktiv bei den Coburgern beworben.

Celic will kommen

Der 51-jährige "Misko" Celic saß Anfang der 1990 Jahre für den TSV Milbertshofen und den VfL Gummersbach auf der Bank neben den bekannten Größen Vlado Stenzel und Sead Hasanefendic. Er selbst bezeichnet sich als energischen, verantwortlichen, zuverlässigen, leistungsorientierten und erfolgshungrigen Trainer, der eine Arbeit im positiven Umfeld beim HSC als besondere Herausforderung betrachtet. "Ich werde den HSC in Erfolgsrichtung bringen", so der Serbe Celic, der zur Zeit in seiner Heimat ist, aber aus familiären Gründen wieder nach Deutschland will. Ob das Angebot im HSC-Vorstand auf Interesse stößt, ist unklar. Dort ist man nämlich seit geraumer Zeit "deutsch" ausgerichtet, so dass auch ein nationaler Trainer als Nachfolger Horvats in Frage kommt. In dieses Raster passt Maik Handschke. Der gebürtige Schweriner, von 2008 bis 2010 Trainer des damaligen Coburger Ligakonkurrenten ThSV Eisenach, hat das junge Team von TUSEM Essen im Juni überraschend in die 1. Liga geführt.

Nach nur zwölf Spielen ohne Punkt in der stärksten Handballliga der Welt wurde er von Christian Prokop abgelöst. Der ehemalige Trainer des insolventen Zweitligisten SV Post Schwerin war wiederum im Oktober bereits in Coburg im Gespräch. Es soll Telefonate mit Sportvorstand Michael Häfner gegeben haben.
Die Tage von Hrvoje Horvat scheinen also gezählt zu sein, und eines steht bereits fest: Für den HSC 2000 Coburg werden es keine ruhigen Festtage werden.