Manuela Oppel heißt die neue Leiterin der Bad Rodacher Schule, ihr neuer Stellvertreter ist Sebastian Hofmann. Beide stellten sich dem Stadtrat am Montag vor.

Die im Coburger Stadtteil Beiersdorf lebende Manuela Oppel wurde in Coburg-Neuses geboren und war nach ihrem Studium als Lehrerin unter anderem in Sonnefeld, Burgkunstadt, Schweinfurt und zuletzt 13 Jahre in Neustadt tätig. Sie freue sich nun auf ihre neue Aufgabe: "Ich bin froh, dass ich jetzt in Bad Rodach gelandet bin." Oppel bezeichnete sich als "kommunikativen Typ". Sie möge es gar nicht, wenn hinter jemandes Rücken getratscht werde. Es sei wichtig, die Menschen anzuhören.Der gebürtige Reichmannsdorfer Sebastian Hofmann ist 33 Jahre alt, war zuletzt in Ebersdorf tätig und lebt mit seiner Familie in Ebern.
Er sei nun neugierig, alle Facetten des Schullebens in der Kurstadt Bad Rodach kennenzulernen.


Sehr gut ausgestattet

Derzeit besuchen 273 Jungen und Mädchen die Bad Rodacher Schule, davon 112 die Mittelschule. Die ersten Wochen habe man bereits gemeinsam gemeistert, betonten Manuela Oppel und Sebastian Hofmann. Beide stimmten dem Bad Rodacher Kämmerer Michael Fischer zu, der sagte, dass sie eine der am besten ausgestatteten Schulen übernommen hätten, sowohl was den baulichen Zustand als auch das Lehrerkollegium betreffe.
Zu den ersten Herausforderungen der neuen Schulleiterin gehörte übrigens, ein Rotkehlchen zu befreien, das sich in ein Schulzimmer verirrt hatte, in dem sich die Fenster nur kippen und nicht komplett öffnen ließen.
Kaum ein Thema bewegt die Bürger in den Bad Rodacher Stadtteilen derzeit wohl so wie die Schülerbeförderung, vor allem die nach Coburg und zurück. Denn nicht nur, dass seit dem neuen Schuljahr ein neuer Fahrplan gilt, nein: Die Kinder müssen mit dem Bus zum Teil neue und nach Erwachsenenmeinung auch höchst gefährliche Routen nehmen, zudem würden einige Stadtteile - vor allem Carlshan, Mährenhausen und Sülzfeld - finanziell benachteiligt.

Erst müssten die Eltern das Fahrgeld vorstrecken, bevor dies nach einer gewissen Zeit vom Landkreis wieder erstattet werde. Für Kinder, die in Hildburghausen zur Schule gehen, gebe es überhaupt keine Fahrtkostenerstattung - außer in der 10. Klasse und dann nur für die Schüler aus der Kernstadt Bad Rodach.
Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) stellte bei der Stadtratssitzung dem Gremium und vor allem den anwesenden Schülereltern gegenüber klar, dass "wir ihre Sorgen ernst nehmen". Allerdings machte er auch deutlich, dass der Stadt beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) - und dazu gehört die Schülerbeförderung - Grenzen gesetzt seien. Der ÖPNV werde in Bayern eben hauptsächlich von Schülern genutzt und vom Freistaat gezahlt. Das dennoch verbleibende Defizit habe bisher immer der Landkreis übernommen. Weil sich aber auch die Schülerzahl verringert habe, sei dieses Defizit von rund 700 000 auf 1,3 Millionen Euro gewachsen.

Ehrlicher betonte, dass der Schülerverkehr für die Bad Rodacher Stadtteile "nicht schlechter, sondern nur ganz anders geworden" sei. Bislang seien die Schüler immer mit dem Bus nach Großwalbur gebracht worden, wo sie mit dem Zug weiterfahren konnten. Für Carlshan, Mährenhausen und Sülzfeld gelte nun die Regelung, dass die Kinder über Schlettach und Weitramsdorf mit dem Bus nach Coburg gefahren würden.

Ein Problem sei vor allem der Nachmittagsverkehr, weil die Schulen nicht die gleichen Unterrichtsangebote am Nachmittag und außerdem zu unterschiedlichen Zeiten anböten. Ehrlicher: "Wir können ja keinen Einfluss auf den Stundenplan nehmen."

Bad Rodachs geschäftsleitender Beamter Uwe Schmidt erklärte, dass die Mitarbeiter des Landratsamts bereits dabei seien, Lösungen für das Problem der Schülerbeförderung zu finden. Und der Bürgermeister ergänzte, dass der Kreistag entschieden habe, für Schüler sei eine Stunde Schulwegzeit hinnehmbar.

Die Mährenhausener Ortssprecherin Sarah Schaffhauser beklagte vor allem die Ungleichbehandlung gegenüber anderen Stadtteilen in Bad Rodach und verwies auf die nicht ganz ungefährliche Strecke durch den Wald zwischen Sülzfeld und Schlettach, auf der sie "keinem Bus begegnen möchte".

Tobias Ehrlicher versicherte, dass er mit der derzeitigen Situation "auch total unglücklich" sei. Es gebe aber viele Beteiligte, die sich um eine Lösung bemühen müssten: die Schulen, das Landratsamt, die Bahn und auch die Stadt. Die Entscheidungsstellen seien zu stark verteilt. Mit Nachdruck wolle er aber im Landratsamt auf eine baldige Verbesserung drängen.


Verkehrsüberwachung

Nicht nur für Freude sorgt in Bad Rodach die seit drei Monaten eingeführte kommunale Verkehrsüberwachung. Vor allem das Parken auf Gehwegen spaltet die Bürgerschaft besonders in der Kernstadt. Miriam Greiner, von der Stadt Bad Rodach seit Juni im Rahmen eines 25-Stunden-Vertrags für die Verkehrsüberwachung beschäftigt, gab einen aktuellen Bericht über ihre bisherigen Erfahrungen. So stellte sie im Juni 132, im Juli 146 und im August 124 Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung fest. Die meisten Verwarnungen habe sie für Parken auf Gehsteigen ausgestellt. Die Verstöße könne sie auch belegen: "Ich verwarne mit dem Handy. Zu jedem Vorgang und Aktenzeichen gibt es mindestens ein Foto." Miriam Greiner machte deutlich, dass sie an den Verwarnungen nichts verdiene: "Ich bekomme keine Provision." Damit konterte sie wohl den unterschwelligen Vorwurf mancher Falschparker, die Verkehrsüberwachung sei für die Stadt eine Einnahmequelle, und bejahte die Frage von Rainer Möbus, ob sie kein Problem damit habe, ohne Verwarnungen wieder nach Hause zu gehen. "Übrigens ist die Parkmoral an wichtigen Stelen in Bad Rodach gar nicht schlecht", stellte sie fest. So habe sie noch niemanden in einer Feuerwehrzufahrt verwarnen müssen.

Ob man das Gehwegparken generell bestrafen müsse oder ob man gewisse Bereiche ausnehmen könne, wollte wiederum Rainer Möbus wissen: "Mir geht es um die Grundstimmung. Es gibt Unmut in der Bevölkerung." Dem entgegnete Bürgermeister Tobias Ehrlicher, dass eben Vorschriften und Normen existierten, die eingehalten werden müssten.

Der Impuls für die kommunale Verkehrsüberwachung sei zudem nicht von der Stadtverwaltung, sondern vom Bad Rodacher Einzelhandel ausgegangen, um "einen gewissen Durchfluss zu haben". Und Lars Otto betonte, dass das Parkverhalten bei Gästen oft vorbildlicher sei als bei Einheimischen.