Hinter der Tanzsportgarde "Coburger Mohr" liegt eine nervenaufreibende Session. "Ich möchte so etwas nicht noch mal erleben", sagte Trainerin Ramona Scholz bei der Dankeschön-Party in der Rolf-Forkel-Halle im Coburger Stadtteil Lützelbuch. Bei der traditionellen Veranstaltung zum Sessionsende blickte die Trainerin zurück und vergab Ehrungen und Pokale an die Tänzerinnen der Garden und Schautanz-Garden.

In ihren über 30 Trainingsjahren habe sie so etwas noch nicht erlebt, sagte Ramona Scholz. Damit meinte sie vor allem die deutschen Meisterschaften in Karlsruhe. Die Jugendgarde des "Coburger Mohr" war demnach angetreten, um den Meistertitel zu verteidigen. Doch punktgleich mit Buchnesia Nürnberg sei es zum Stechen gekommen, und dies komme laut Scholz wirklich nur alle paar Jahre vor. Also mussten die Mädels in Windeseile noch mal auf die Bühne und ihr Bestes geben.


Großes Lob trotz des zweiten Platzes

Am Ende habe es für die Coburger zwar nur für den deutschen Vize-Meistertitel gereicht. Aber: "Hut ab vor dieser Garde", lobte Scholz die Leistung. Unter dem Applaus der Aktiven und Gäste sagte sie: "Wir werden den deutschen Meistertitel im nächsten Jahr nach Coburg zurückbringen." Die Nachwuchsgarde, so Scholz, werde seit zwei Jahren gezielt auf die Jugendgarde vorbereitet.

Im kommenden Jahr feiere die Schautanzjugend-Garde ihr zehntes Bestehen und auch da bestünde das ehrgeizige Ziel, bei den deutschen Meisterschaften dabei zu sein. Eine enorme Steigerung habe auch die Juniorengarde hingelegt mit dem oberfränkischen Meistertitel, dem fränkischen Vize-Meister, dem dritten Platz bei den süddeutschen Meisterschaften. Bei den deutschen Meisterschaften waren die Tänzerinnen mit dem vierten Platz unter den "Top Five". Bei der Schautanzjugendgarde der Junioren habe die Qualifikation zur deutschen Meisterschaft leider nicht gereicht. Das Nonplusultra sei die Königsgarde, die immer an erster Stelle beim "Coburger Mohr" stehe, so Scholz. "Wer es in diese Garde schafft, hat schon ganz viel erreicht", erklärte die Trainerin.


Tessmer: Botschafter der Stadt

Ein Lob ging an die Kleinsten aus der Purzelgarde, die bei den Frankenmasters, beim Kinderfasching der Narhalla und auch privat auftraten. Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) ist auf die Tanzsportgarde des "Coburger Mohr" mit seiner Ausnahmesportlerin Ramona Scholz, die mit der silbernen Plakette der Stadt Coburg für ihr Engagement geehrt worden sei, sichtlich stolz. Die Tanzsportgarde mit ihren Aktiven sei ein Botschafter der Stadt Coburg und dies deutschlandweit. "Wenn man die Erfolge und Entwicklung miterlebt hat, dann entschädigt dies für manche bittere Stunde in der Politik", sagte der OB. Die Verleihung der Rosen und Pokale blieb bis zur letzten Minute geheim, selbst der Präsident Matthias Schikora hatte keine Ahnung, welche Tänzerinnen ausgezeichnet werden. Knackig, kurz und spannungsgeladen, sagte er, sei die Session gewesen.
Eine goldene Rose ging an die besten Tänzerinnen Mia Köhn (Jugend), Lilly Schnitzer (Junioren) und Darja Kreizer (Königsgarde). Den Strahlepokal erhielten Amelie Künstler (Jugend), Valerie Hein (Junioren) und Shanice Jackson (Königsgarde). Die Schautanz-Rosen gingen an Franka Feihe (Jugend) und Jenny Hong (Junioren). Den Pokal für das beste Tanzmariechen erhielt Isabella Lipinska.