Die Reaktionen auf die drohende Schließung des Wildparks beeindrucken Heinrich Graf zu Ortenburg sehr: "Die Leute sind unglaublich", sagt er. Von vielen Seiten höre er Bedauern. Kaum einer kritisiere ihn für den angekündigten Schritt.

Schon hat sich eine Facebook-Gemeinschaft "Rettet den Wildpark" gegründet. Mehr als 10.000 Leute sind ihr bereits beigetreten. Ein Traumergebnis für jede Facebook-Gemeinschaft. Vor allem bereits nach so kurzer Zeit. In der Bevölkerung ist es also keine Frage, der Wildpark soll bleiben. "In der Politik ist es allerdings anders", bedauert Graf zu Ortenburg. Von Landkreis, Stadt Coburg oder Kommunen gebe es keine Signale zur Gesprächsbereitschaft über Möglichkeiten, wie der Park vielleicht auch mit Geldern oder anderer Unterstützung der öffentlichen Hand erhalten werden könnte.

Erneut unterstrich Graf zu Ortenburg gegenüber unserer Zeitung, dass es betriebswirtschaftlich nicht mehr möglich sei, Defizite des Wildparks aus Mitteln anderer Betriebszweige wie Waldwirtschaft und Ruheforst aufzufangen. Viele sähen nicht die enormen Kosten, die geschultert werden müssen, um die Einrichtung zu erhalten - auch wenn die Besucher einmal über Wochen wegen schlechten Wetters ausbleiben. Dazu kommt, dass es sich um einen Saisonbetrieb handelt. Die Tiere aber auch im Winter versorgt werden müssen.

Dass gerade dieses Jahr mit einer Traumsaison für den Wildpark beginnt, macht die Entscheidung nicht leichter. "Wir hatten so früh im Jahr schon tolles Wetter, jetzt ist es schon seit Wochen trocken, besser könnte es nicht sein", sagt Graf zu Ortenburg. Doch die Entscheidung, den Park zu schließen, kam nicht über Nacht. Sie war das Ergebnis von Jahren, in denen immer wieder der Park zum Draufleggeschäft wurde.

Nicht unwiderruflich

Die Entscheidung ist aber auch nicht unwiderruflich. Sollte es Unterstützung der öffentlichen Hand geben, könnte die Einrichtung weiter bestehen bleiben. Am Montag wird sich der Gemeinderat in Weitramsdorf mit der Frage des Wildparks beschäftigen. Das lässt hoffen. Vielleicht entschließt sich ja die Gemeinde, das Thema auf Kreisebene zu heben. Es soll Landkreise geben, die solche Einrichtungen in eigene Trägerschaft übernommen haben, als der Betreiber sie nicht mehr fortführen konnte. In der Facebook-Gemeinschaft wird auf Hundsthaupten bei Egloffstein verwiesen. Dort allerdings ging der Park durch Schenkung an den Landkreis. Das dürfte für Tambach keine Lösung sein.

Dennoch wird die Politik in der Region kaum an dem Thema vorbei kommen. Die rasant wachsende Facebook-Bewegung ruft schon nach Bürgerinitiativen, die Druck auf die Politik machen sollen.

Graf zu Ortenburg betont, dass er eben bewusst bereits jetzt auf seine Lage aufmerksam gemacht hat. "Ich wollte nicht plötzlich einfach schließen, sondern Zeit zum Nachdenken und gegebenenfalls zum Reagieren geben, falls es der Region etwas wert ist, den Wildpark zu erhalten." Auf einen abgespeckten "Wildpark light" wird es nicht hinauslaufen. "Es hat keinen Zweck den Park weiter zu betreiben, wenn es nicht auf diesem Niveau geschehen kann", ist er überzeugt. Im Augenblick befinde sich der Wildpark in einem ausgezeichneten Zustand. Ihn weiter zu betreiben, um den Preis, dass die Anlagen immer mehr vernachlässigt werden müssen, weil das Geld nicht für den Erhalt reicht, sei keinesfalls eine Option.