Seßlach
Entlassfeier

Der "königliche" Jahrgang der Mittelschule Seßlach

An der Mittelschule Seßlach erreichten alle 25 Schüler der 9A den Abschluss. 14 bestanden obendrein den qualifizierenden Mittelschulabschluss.
Als Beste wurden die Schüler Lukas Spielmann (Dietersdorf, 2,0), Ezzat Shiko (Bodelstadt, 1,2) und Jeannette Schmidt (Bischwind, 1,8) ausgezeichnet (vorne, von links). Das freute auch die Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (Weitramsdorf), Maximilian Neeb (Seßlach) und Werner Thomas (Itzgrund) sowie Schulleiter Wolfgang Hoydem und Klassenleiter Freddy Jäck (hinten, von links).  Foto: Bettina Knauth
Als Beste wurden die Schüler Lukas Spielmann (Dietersdorf, 2,0), Ezzat Shiko (Bodelstadt, 1,2) und Jeannette Schmidt (Bischwind, 1,8) ausgezeichnet (vorne, von links). Das freute auch die Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (Weitramsdorf), Maximilian Neeb (Seßlach) und Werner Thomas (Itzgrund) sowie Schulleiter Wolfgang Hoydem und Klassenleiter Freddy Jäck (hinten, von links). Foto: Bettina Knauth

Als "Kings & Queens" fühlen sich die 24 jungen Erwachsenen, die an der Mittelschule Seßlach als Abschlussklasse (AK) 2019 allesamt ihren Abschluss geschafft haben. Und als solche luden die Absolventen der 9A zur royalen Entlassfeier in die Aula, die sie selbst organisiert hatten und gestalteten.

"Es gehört ja zu unseren Aufgaben, die Schüler aufs Leben vorzubereiten und da ist diese Feier eine sehr gute Probe", befand Schulleiter Wolfgang Hoydem. Nicht nur mit Blick auf die von Gina Maria Pohle und Luca Beck moderierte Veranstaltung bescheinigte Hoydem dem Jahrgang eine respektable Leistung: "Ihr habt euch wahnsinnig weiterentwickelt", so sein Lob. 25 Schüler nahmen ihr Zeugnis entgegen. 14 von ihnen gelang der Sprung vom "Helden" zur "Legende", jedenfalls wenn der Einladungsspruch zutrifft: "Mit dem Quali in den Händen werden Helden zu Legenden." Der Anteil der Prüflinge mit erreichtem qualifizierendem Mittelschulabschluss betrug somit 56 Prozent.

Beste Prüfung im Bezirk

Als "Kaiser" unter den Absolventen brillierte Ezzat Shiko (Bodelstadt). Erst vor gut drei Jahren kam der Syrer nach Deutschland, ohne ein Wort Deutsch zu beherrschen. Jetzt verließ er die Schule mit der Note 1,2 als Jahrgangsbester. Damit habe Shiko die beste Prüfung im gesamten Schulamtsbezirk hingelegt, wie Hoydem stolz hervorhob. Ehrgeizig wie er ist, möchte der junge Mann mit dem Besuch des M-Zweigs in Ebern seine Schulkarriere fortsetzen.

Ebenfalls gute Ergebnisse in der Abschlussprüfung erzielten Jeanette Schmidt (Bischwind) mit 1,8, gefolgt von Lukas Spielmann (Dietersdorf) mit 2,0. Schmidt interessiert sich für eine Ausbildung als Fachinformatikerin, Spielmann möchte das Bäckerhandwerk erlernen.

Dass die Schule lediglich die Basis gelegt habe und das (Berufs-)Leben nun erst anfange, gab Hoydem den Absolventen mit auf den Weg. Neben Erfolg und Spaß wünschte der Schulleiter ihnen, dass sie für sich selbst handeln und Verantwortung zeigen, sich aber auch für andere und die Gesellschaft engagieren sollten. Hoydem: "Egal ob Feuerwehr oder Politik: Wir brauchen euch!"

Etwas aus ihrem Leben zu machen, dazu stehe allen der Weg offen, fand auch Klassenleiter "Freddy" Jäck, der seinen Ex-Zöglingen gestand: "Ich bin richtig stolz, dass ihr das so hinbekommen habt." Erfolgreich hätten die Schüler seit dem Jahrgang 7 sein "Haifischbecken" durchschwommen. Ab jetzt beginne für alle 25 "eine neue Zeitrechnung", sagte Seßlachs Bürgermeister Maximilian Neeb. "Auch wenn manchmal erst ein Umweg dorthin führt: Alle Ziele sind erreichbar!", machte er den Absolventen Mut und forderte sie auf, der Gesellschaft durch ihr Mitwirken zu zeigen, was in ihnen steckt. Pfarrer Tobias Knötig (Heilgersdorf) lieferten die "Kings & Queens" eine Steilvorlage: "Das passt, denn wenn ich in die Klasse kam, hatte das etwas von einer gewährten Audienz im eigenen Thronsaal." In Folge sei ihm signalisiert worden, dass er den Königlichen nur die Zeit stehle und Körperpflege - gerade für die Königinnen - wichtiger als Wissen sei, sagte Knötig, begleitet von Gelächter. Um tatsächlich zu herausragenden Repräsentanten zu werden, müssten sich die "Adeligen" aber auch der Gemeinschaft mit ihren Werten verpflichtet fühlen sowie bereit sein, in erster Reihe zu agieren und sich mit ihren Fähigkeiten einzubringen, sagte der Geistliche zu den Entlass-Schülern.