Der Zeitpunkt fürs große "Hurra" ist die Verkehrsfreigabe der ausgebauten Bundesstraße 4 zwischen Neustadt und Mönchröden am kommenden Montag für Roland Daum noch nicht. "Wir haben ja noch ein bisschen was zu tun", bremst der Ingenieur von der Kronacher Servicestelle des Staatlichen Bauamtes Bamberg. Deshalb müssen die Verkehrsteilnehmer auch nach der Eröffnung der Neubautrasse noch einige Zeit mit Einschränkungen und (Geschwindigkeits-)Beschränkungen leben.

Diese betreffen insbesondere die Bereiche, auf denen zuletzt der Verkehr von der Bundesstraße weg über die Gemeindeverbindungsstraße (GVS) Haarbrücken-Mönchröden an der Baustelle vorbeigeführt wurde. Wolfgang Müller, Daums Kollege beim Bauamt, erklärt, was da jetzt noch gemacht wird: "Wir müssen die Übergänge zurückbauen und die Schutzplanken verschließen." Deshalb werden - "so zwei, drei Wochen auf jeden Fall", schätzt Müller - noch nicht alle drei Fahrspuren auf der Neubaustrecke zur Verfügung stehen.

Eine Einschränkung betrifft den örtlichen Verkehr: Anders als in den vergangenen Monaten, wird es ab Montag nicht mehr möglich sein, von Thann aus hinter der Sandgrube auf die neu gebaute Gemeindeverbindungsstraße zu wechseln. Denn die kleine Parallelstraße zur B4 wird bis Ende Oktober gesperrt. Das ist nötig, damit die GVS saniert werden und dabei ab Anfang Oktober in Teilen eine neue Deckschicht bekommen kann.

In Zeiten von Corona und einer überhitzten Baubranche ist eine Feststellung zur B4 fast branchenunüblich: Die für heuer vorgesehenen Arbeiten sind vor dem Zeitplan und im finanziellen Rahmen geblieben. Bei rund zwölf Millionen Euro, so plant man in Bamberg, wird der Ausbau am Ende herauskommen. Das Lob für den derzeit erfreulichen Status annehmen will Roland Daum aber auf keinen Fall: "Da haben viele mitgespielt." Die Grundstückseigentümer, die Pächter der landwirtschaftlichen Flächen, die Kommunen, die SÜC Coburg (der gehören die Trinkwasserbrunnen rund um den Baustellenbereich) und am Ende natürlich auch die Baufirma - alle sind sehr zu Daums Freude in die gleiche Richtung marschiert. Oder wie es Kollege Müller zusammenfasst: "Wir sind deshalb im Zeitplan geblieben, weil uns keiner der Beteiligten Steine in den Weg gelegt hat." Interessante Zahl am Rande: Auf Höhe der Fischbacher Teiche liegt der Damm der Neubautrasse dreieinhalb Meter höher als die alte Fahrbahn.

Während Daum und Müller zu Fuß die Neubaustrecke ablaufen, um die letzten Kleinigkeiten und Probleme zu finden, rauscht ein paar Meter weiter ein Lkw nach dem anderen über die provisorische Baustellenumfahrung. Zeit wird's, die heutige B4 und ehemalige Staatsstraße 2202 an die aktuelle Verkehrsbelastung anzupassen, denkt sich da wohl Roland Daum in diesem Moment. Ihm liegen zwar "nur" die Ergebnisse der Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 vor, aber schon da ging die Zahl der Schwerlastfahrzeuge zwischen Haarbrücken und Mönchröden nur knapp an der 1000 vorbei. Und in Zukunft wird es nicht weniger werden, schätzt der Bauingenieur: "Die Prognosen gehen inzwischen fast schon Richtung 2000."

Für heuer ist alles durch

Mit der Freigabe des Neuabschnitts einher geht auch die Öffnung der Haarbrücker Zufahrt - in alle Fahrtrichtungen! Die Baustelle auf dem Zufahrtsast geht jetzt quasi in die Winterpause, alles was heuer gemacht werden sollte, ist gemacht. Das zentrale Brückenbauwerk für die Bundesstraße muss dort freilich noch saniert werden. Das passiert im kommenden Jahr, natürlich dann wieder mit Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer einhergehend. Eine Vollsperrung mit weiträumiger Umleitung wird es aber auch dann nicht geben - so viel steht bei den Planungen des Staatlichen Bauamtes Bamberg schon mal fest.

Die Liste der Sachen, die zwischen Haarbrücken und dem Siemenskreisel noch zu erledigen sind, hat schon noch paar Punkte. Nach der Anschlussstelle Haarbrücken warten noch drei Brücken - über die Bahnlinie, die Röden und die Straße von Haarbrücken Richtung Wellmersdorf - auf ihre Sanierung. Vermutlich werden sie in der Reihenfolge von West nach Ost in Angriff genommen, einen genauen Zeitplan dafür gibt es noch nicht. "Da gibt es noch jede Menge abzusprechen", sagt Daum und verweist unter anderem auf die langfristig abzusprechenden Termine mit der Bahn für die Zugstrecke zwischen Coburg und Neustadt.