In ein paar Jahren möchte sie eine erfolgreiche Staatsanwältin sein, am Samstag abend allerdings möchte Selin Cal aber erst einmal zur "Miss Turkuaz " gekürt werden. Die 22-jährige Coburgerin gehört zu den diesjährigen Finalistinnen des Schönheits-Wettbewerbs, der nicht nur die schönste Deutschtürkin sucht, sondern auch für die gelungene Integration erfolgreicher, junger Mädchen mit deutschem Pass und türkischer Herkunft steht.
"Sie zeigt quasi die Integration in ihrer schönsten Form und läuft dieses Jahr unter dem Motto ,Wir sind auch Deutschland!'", sagt ihr stolzer Vater Ali Hikmet Cal.

Selin Cal studiert zur Zeit Jura in Würzburg, wohnt aber - vorwiegend am Wochenende - bei ihren Eltern in Coburg. "Meiner Familie verdanke ich alles", sagt sie und kann sich ihrer Unterstützung sicher sein. Für den Wettbewerb hatte sie Bewerbungsvideo über ihre Familie und den Alltag ein gesandt.

Im Internet war sie auf den Wettbewerb aufmerksam geworden und hatte sich sofort angesprochen gefühlt. "Hier werden Vorurteile abgebaut. Es geht darum zu zeigen, dass sich junge Deutschtürkinnen erfolgreich integriert haben und zu einem Teil dieses Landes geworden sind. Das passt zu mir!", stellt die schöne, junge Frau selbstbewusst fest.


Teilnehmerinnen sollten mit beiden Beinen im Leben stehen


Die Voraussetzungen bringt sie mit: Da es bei "Miss Turkuaz" eben nicht nur um die schöne Optik geht, sondern die Siegerin jeweils für ein Jahr eine aufstrebende Generation junger, selbstbewusster und selbstständiger Deutschtürkinnen repräsentiert, sollten die Bewerberinnen auch mit beiden Beinen im Leben stehen. Ob als Schülerin, Studentin, im Arbeitsalltag oder als aktive Unterstützung ihrer Eltern und Familie - eine Miss Turkuaz weiß um ihre Herkunft, ist stolz auf ihre Wurzeln und auf ihr Heimatland Deutschland. Und das zeigt sie auch.

Mit Person und Persönlichkeit. Jetzt kämpft Selin Cal als einzige Finalistin aus Bayern in Gelsenkirchen um den Titel. "Seit 50 Jahren leben Türken und Türkischstämmige in Deutschland, haben sich als Unternehmer und Politiker, als Akademiker, Sportler, Kunst- und Medienschaffende einen festen Platz in der Gesellschaft erarbeitet. Das sollte allen mehr Wert sein als die ewige Diskussion um Kopftuch und Ehrenmord, um Parallelgesellschaft und Sarazin", erklärt der Veranstalter Cengiz.