Der Ortsverband Coburg des Technischen Hilfswerks hat einen neuen Leiter. Frank Heublein, der den Ortsverband 15 Jahre lang führte und aus persönlichen Gründen für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stand, legte den Ortsverband in Coburg mit seinen 60 aktiven Helferinnen und Helfern sowie 25 Jugendlichen in die Hände seines bisherigen Stellvertreters Karsten Herold.
"Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist", sagte Heublein, der von allen Seiten für seine großen Verdienste um den Ortsverband und für sein engagiertes Wirken gelobt wurde. Bei der Verabschiedung gab es von den Helfern sogar stehende Ovationen und einen langanhaltenden Applaus. Frank Heublein war sichtlich sehr gerührt.


Große Verdienste

Karsten Herold würdigte die Verdienste von Frank Heublein.
Durch sein Engagement, das er auch außerhalb der offiziellen Dienstzeiten gezeigt habe, sei der Ortsverband Coburg bestens ausgebildet. Dass eine zweite Fachgruppe in Coburg stationiert wurde, sei nur ein Verdienst Frank Heubleins. Außerdem wurden unter seiner Führung mit Mitteln des Fördervereins ein VW Passat als Dienstfahrzeug und ein VW-Bus T5 angeschafft.
Der neue Ortsbeauftragte Karsten Herold, der die Ernennungsurkunde aus den Händen von Klaus Labitzke vom THW Landesverband erhielt, freute sich, dass Frank Heublein ihm weiterhin als stellvertretender Ortsbeauftragter zur Seite steht.

Von Seiten der Politik würdigten MdB Hans Michelbach (CSU) und MdL Jürgen Heike (CSU) sowie Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD), der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Dörfles-Esbach, Stephan Valtin (UBV) und der stellvertretende Landrat Christian Gunsenheimer (FW) die Verdienste Heubleins. Auch von der THW-Führung, Geschäftsführer Curd Mohr und Klaus Labitzke vom Landesverband, kamen viele lobende Worte für den scheidenden Ortsbeauftragten. Er habe den Ortsverband Coburg in ein ruhiges und sicheres Fahrwasser gebracht. Eine Überraschung hatte KBR Manfred Lorenz im Gepäck. Lorenz zeichnete Frank Heublein mit dem Ehrenabzeichen in Bronze des Kreisfeuerwehrbandes nebst Urkunde aus. Damit ist Frank Heublein der Erste, der keiner Feuerwehr angehört, der diese hohe Auszeichnung erhält.


Es ist viel passiert

Frank Heublein blickte auf seine 15 Jahre als Ortsbeauftragter zurück. Seit seinem Antritt sei beim THW Coburg viel passiert. Viele Einsätze seien mit Bravour gemeistert und dadurch das Ansehen des THW gesteigert worden. Der Erfolg beruhe nicht auf der Zuteilung neuer Einheiten, wie den Fachgruppen Schwere Bergung und Räumen oder der umfassenden Geräteausstattung. Einen wesentlichen Anteil daran habe die hervorragende Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen.

Es ist mittlerweile selbstverständlich, dass bei verschiedenen Einsätzen die Erfahrung der Helferinnen und Helfer des THW gefragt ist und abgerufen wird. "Die wissen einfach, was zu tun ist", stellte Heublein fest. Durch die Einsätze und Zusammenkünfte seien viele Freundschaften und Bekanntschaften über die Organisationen hinweg entstanden. Zusammen mit den Führungskräften des THW sei im Ortsverband Coburg viel bewegt worden.
Der neue Ortsbeauftragte Karsten Herold ist mit seinen 39 Jahren ein sehr erfahrener Helfer. Seit fast 20 Jahren ist er im THW und hat mit der Grundausbildung angefangen. Später war er dann als Helfer und als Gruppenführer, zuletzt als stellvertretener Ortsbeauftragter, tätig. In dieser Zeit hat er verschiedenen Ausbildungen absolviert und war als Fachberater bei den verschiedensten Einsätzen in Stadt und Landkreis sowie darüber hinaus vor Ort.

Karsten Herold, der zusammen mit seiner Familie in Ahorn lebt, möchte die vorhandene Helferstruktur festigen und weiter ausbauen. Außerdem möchte der neue Ortsbeauftragte Flüchtlinge im Helferkreis, der spürbar eine große Familie sei, im Ortsverband Coburg integrieren. "Die können für uns eine wahre Bereicherung sein", sagte Karsten Herold, der sich auf seine nicht leichte Aufgabe sichtlich freut.
Der Ortsverband des THW Coburg ist eine große Familie, wo das Helfen im Mittelpunkt steht. Man fühlt sich in dieser Gemeinschaft rundum wohl, wie die 60 Helfer und zahlreichen Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben sowie die 25 Jugendlichen bei der Jahresabschlussfeier in Unterkunft in Dörfles-Esbach mehrfach bestätigten.

Rund 20.000 ehrenamtliche Dienststunden haben die Helfer bei den 54 Einsätzen und sonstigen Technischen Hilfeleistungen geleistet oder für die Ausbildung aufgewendet. Der neue Ortsbeauftragte Karsten Herold sprach im Jahresbericht von einem ereignisreichen, arbeitsintensiven Jahr. Er blickte zum ersten Mal auf die Einsätze des vergangenen Jahres zurück. Darunter waren zwei Sicherungseinsätze. Außerdem wurde man zu vier Bränden, auch außerhalb des Landkreises, und zwei Verkehrsunfällen gerufen. Weiterhin waren 15 Helfer aus Coburg beim G7-Gipfel, der auf Schloss Ellmau stattfand mit dem Schwerpunkt Notstromversorgung, Beleuchtung und Logistik eingesetzt. Der THW-Ortsverband Coburg half auch bei der Unterbringung von Flüchtlingen mit. Es wurde Material transportiert und zusammen mit den anderen Hilfsorganisationen auch Betten aufgebaut und Böden in Schulturnhallen verlegt. In Erding wurde zusammen mit dem Roten Kreuz ein Wartezentrum für die Flüchtlinge eingerichtet.


Es gab auch ein Fest

Weiterhin fand im Ortsverband Coburg auch eine überregionale Ausbildung für die Fachgruppen Infrastruktur statt. Hierzu reisten Helfer aus ganz Bayern nach Coburg, um sich auszutauschen. In Neukirchen fand das THW- Jugendzeltlager des Geschäftsführerbereiches Bamberg statt. Dort wurde auch das 20-jährige Bestehen der Jugendgruppe mit einem Festkommers groß gefeiert. Außerdem übte die Jugendgruppe sehr intensiv zusammen mit dem Jugendlichen der Feuerwehr Coburg. Auch am Landesjugendlager in Reinwarzhofen nahmen die Jugendlichen teil und übernahmen wieder die Absperrmaßnahmen bei der Eröffnung des Coburger Weihnachtsmarktes.

Trotz der zahlreichen Ausbildungsdienste für die Helfer kam der Spaß nicht zu kurz. Deshalb wurde auch eine Helferolympiade veranstaltet. Karsten Herold lobte die stetige Einsatzbereitschaft der Helfer. "Ich bin sehr stolz auf euch alle", sagte Karsten Herold. Er lobte die gute konstruktive Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen und freute sich über die Unterstützung des Fördervereins, ohne den sinnvolles notwendiges Zusatzmaterial nicht beschafft werden könne.

MdB Hans Michelbach ist sehr stolz auf das THW in Coburg. In vielen Situationen hätten die Helfer geholfen, es sei eine großartige Arbeit von allen Hilfsorganisationen geleistet worden. Er ging auf die Arbeit rund um die Flüchtlinge ein, die ohne das Ehrenamt nicht zu bewältigen gewesen wäre. Künftig soll das THW in Deutschland mehr Geldmittel bekommen, wie der Abgeordnete des Deutschen Bundestags versicherte. Die angeschafften Geräte würden gut genutzt, deshalb sei das Geld sehr gut angelegt.

Auch MdL Jürgen W. Heike (CSU) lobte die Arbeit der Helfer zum Wohle der Bürger. An die Jugenleiterin Elke Mierzwa überreichte er ein Geldgeschenk, mit dem der Nachwuchs gefördert werden soll.

Der Stellvertretende Landrat Christian Gunsenheimer (FW) stellte fest, dass die Lebensqualität im Landkreis sehr hoch sei, weil man sicher sein könne, dass jemand da sei, wenn Hilfe gebraucht werde.

KBR Manfred Lorenz ging auf verschiedene Einsätze ein. Dabei hätten alle Hilfsorganisationen problemlos zusammen gearbeitet und damit effektive Hilfe für die Betroffenen geleistet. Zusammen wurde auch der Imagefilm im vergangenen Jahr erstellt. Man müsse der Bevölkerung näher bringen, das die stetige Hilfe nicht selbstverständlich sei, betonte der KBR. Er ist sicher, dass man weiterhin zusammen effektiv Hilfe leisten könne.

"Viele Einsätze haben die Helfer des THW Coburg im vergangenen Jahr bewältigt, stellte Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) fest und dankte für die stetige Einsatzbereitschaft wie auch der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Dörfles-Esbach, Stephan Valtin (UBV).

Der Dienst für die Allgemeinheit sei nicht immer leicht, betonte Michael Reubel von der Notfallseelsorge. Er ging mit einer Geschichte von vier Kerzen auf Frieden, Glaube, Liebe und Hoffnung ein. "Die Helfer sind Hoffnungsträger bei ihren Einsätzen, vor allem für die vielen Flüchtlinge."


Ehrungen

Das Helferabzeichen in Gold mit Kranz wurde durch den Klaus Labitzke vom THW-Landesverband, den Geschäftsführer Curd Mohr und den Ortsbeauftragten Karsten Herold überreicht an Alexander Niedt, Benedikt Seebach, Eiko Grußka, Fabian Essl, Jan Herpich, Kevin Pertyczka, Kevin Reißenweber, Rüdiger Löhr und Steffen Engelhardt. Der Geschäftsführer verlas für jeden Helfer eine ausführliche Laudatio.

Außerdem dem wurde Anna Lena Heim für 239 Dienststunden um die Flüchtlingshilfe und beim G7-Gipfel und Christoph Armann für 110 Ausbildungsstunden ausgezeichnet. Von der Jugendgruppe wurden für die meisten Dienststunden ausgezeichnet: Martin Müller, Leon Jannik, Sebastian Hegner.