Wenn der Zweite Bürgermeister nur fürs Stadtmarketing zuständig sein solle, dann habe die Wählergemeinschaft Pro Coburg mit Thomas Apfel den idealen Kandidaten, sagte deren Fraktionssprecher Jürgen Heeb. Apfel habe außerdem die drittmeisten Stimmen bei der Stadtratswahl erhalten. Deshalb werde er von WPC, Grünen und FDP nominiert. Und: Diese drei Fraktionen würden auch Thomas Nowak (SPD) als Dritten Bürgermeister mitwählen.

Heeb hatte einen Köder ausgeworfen, aber er verfing nicht: Hans-Herbert Hartan, von der CSU/JC-Fraktion vorgeschlagen, erhielt in geheimer Abstimmung 22 Stimmen, Apfel 18. Ein Stimmzettel war ungültig. Rein rechnerisch hätten SPD, CSU/JC und CSB gemeinsam 23 Stimmen gehabt. Das eröffnet natürlich Raum für Spekulationen - und es gibt mindestens fünf Stadtratsmitglieder, die keinem dieser Lager angehören.

Die Wahl des Dritten Bürgermeisters verlief dann nach Plan: Thomas Nowak (SPD) war der einzige Kandidat, er erhielt 39 von 41 Stimmen. Laut Stadtratsbeschlussvorlage wird er das Referat 3 leiten, bestehend aus den Ämtern für Jugend und Familie, für Schulen, Kultur und Bildung, Einwohneramt, Jobcenter Coburg Stadt, Sozialamt, Standesamt und Versicherungsamt. Der Bereich Kultur und Bildung ist damit neu dazu gekommen.