Eine Suppenküche im üblichen Sinne soll es nicht werden, darauf legen die beiden Ideengeber, Hildegard Mogalle und Stefan Kornherr, größten Wert. Es gehe vor allem darum, dass niemand vor der Tür stehenbleiben soll, weil er oder sie das Geld für das Mittagessen nicht aufbringen kann. "Wir wollen allen Menschen die Möglichkeit geben, sich hier mit anderen zu treffen, zu reden und dazu etwas zu essen", stellt Stefan Kornherr fest. Und Hildegard Mogalle ergänzt: "Die Suppe, die wir anbieten werden, kostet zwar für jeden nur einen Euro, aber wer mehr geben möchte, kann das gern tun." Tatsächlich werde der Einkauf auch mehr kosten, als bei einem Preis von einem Euro wieder eingenommen werden kann. Ein Startgeld für das Projekt gab es von Hubertus Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha sowie von einigen einzelnen Spendern.

Die Samstags-Suppe wird zunächst erst einmal von einheimischen Metzgern zubereitet.
"Trotzdem wird sie vegetarisch sein. Für alle, die gern Fleisch dazu haben möchten, stehen Würstchen bereit", kündigt Hildegard Mogalle an. Die Metzgereien Morgner (Creidlitz), Herr (Ketschengasse) und Köhler (Untersiemau) beteiligen sich an dem Angebot "Mittag im Dialog". Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Aktion der Ehrenamtsbörse von St. Moriz und der kirchlichen allgemeinen Sozialarbeit (Kasa) des Diakonischen Werks Coburg. Genutzt wird dafür das Kasa-Büro in der Metzgergasse 13.

Vom 7. Februar an verwandelt es sich jeden Samstag von 11 bis 14 Uhr in ein Restaurant der besonderen Art. "Vier Teams, die sich abwechseln, übernehmen die Rolle des Gastgebers. Sie gestalten den Raum entsprechend aus, bauen Gesprächsbrücken, damit sich niemand ausgesondert fühlen muss, waschen aber auch ab und räumen auf", erzählt Stefan Kornherr. Mehr als 16 Ehrenamtliche haben sich dafür gemeldet.

Hildegard Mogalle berichtet indes von einem Probeessen, an dem alle zukünftigen Helfer beteiligt waren. Es gab eine Gemüsesuppe mit frischen Einlagen. Nun ist alles bereit für die ersten Besucher.


Jede(r) ist willkommen

"Wir wünschen uns, dass hier ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen und miteinander reden. Welcher Religion sie sind, spielt keine Rolle", erläutert Hildegard Mogalle. Sie denkt dabei auch an Flüchtlinge, die Kontakt suchen oder an alleinstehende Menschen, die sich scheuen, ohne Begleitung in ein Restaurant oder zu Veranstaltungen zu gehen.

E ntstanden war die Idee durch die Zusammenarbeit von Kasa und Ehrenamtsbörse. "Wir haben schon lange darüber nachgedacht und irgendwann gesagt: Wir machen das jetzt einfach", erzählt Hildegard Mogalle. Und Stefan Kornherr ergänzt: "Gemeinsames Essen ist doch auch eine christliche Tradition."

Doch das Büro in der Metzgergasse ist nicht nur an den Samstagen eine interessante Adresse. An jedem ersten Mittwoch im Monat gibt es dort auch kulturelle Veranstaltungen. Auf dem Programm stehen musikalische und literarische Abende.

Veranstaltungen im Dialog-Büro