Die Initiative, die sich gegen eine Beteiligung des Landkreises am Bau eines Flugplatzes bei Neida wendet, hat einen ersten Erfolg zu vermelden. Es kamen weit mehr als die 4320 Unterschriften von Landkreisbürgern zusammen, die notwendig gewesen wären, um ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen. Mit dem Begehren, will die Initiative erwirken, dass der Landkreis aus der Projektgesellschaft für den Flugplatz austritt und sich weder am Bau noch am Betrieb des Verkehrslandeplatzes finanziell beteiligt.

Bis 19. Februar wird gesammelt

Noch bis zum 19. Februar können sich wahlberechtigte Bürger des Landkreises, nicht der kreisfreien Stadt, Coburg eintragen. Die Sprecherinnen der Aktion, Angela Ambros und Simone Wohnig, versichern, dass bis zum letzten Tag noch weitere Unterschriften gesammelt werden. Schließlich sagt auch die Gesamtzahl der Unterzeichner schon etwas über die Stimmung in der Bevölkerung zu diesem Thema aussagt.

Allein der Bayerische Bauernverband sammelte in der Region 1998 Unterschriften gegen eine Beteiligung des Landkreises an dem Projekt. Die Listen überreichte BBV-Geschäftsführer an Wohnig und Ambros. Der Bauernverband wendet sich gegen den Flugplatz, weil damit weitere Flächen für die Landbewirtschaftung wegfallen. "Damit wird unseren Landwirten die Erwerbsgrundlage entzogen", sagte Hans Rebelein. In den vergangenen Jahren gingen der Landwirtschaft bereits enorme Flächen für den Bau von Autobahn, ICE, Umgehung Rödentals und für Baugebiete verloren. Weitere Verluste könnten nicht mehr hingenommen werden, so die Landwirte.

BBV-Kreisobmann Gerhard Ehrlich ist der Überzeugung, dass der Flugplatz Brandensteinsebene ertüchtigt werden könnte, um den Anforderungen der lokalen Wirtschaft gerecht zu werden. Zu Unrecht wird seiner Meinung auch nicht mehr über einen möglichen Ausbau des Flugplatzes Steinrücken oberhalb von Creidlitz gesprochen, der seiner Ansicht nach machbar wäre.

Kreistag entscheidet bis zum 20. März

Mit einem entsprechenden Bürgerbegehren kann nicht gegen das Projekt als solches vorgegangen werden. Sollte es Erfolg haben, müsste der Kreis seine finanzielle Unterstützung für den Bau (1,5 Millionen Euro) und eine Beteiligung an den späteren Betriebskosten kündigen. Da nun fristgerecht zum 20. Februar ausreichend viele Unterschriften vorliegen, muss der Kreistag bis zum 20. März über die Zulässigkeit des Begehrens entscheiden und es binnen drei Monaten durchführen. Er kann ein eigenes Ratsbegehren dagegen setzen.