Wenn die Schüler am Ernestinum im ersten Stock zum Essen in die Mensa laufen, können sie gleich noch etwas lernen. Im Übergang stehen seit einigen Tagen sechs Glasvitrinen, in denen sich heimische Unternehmen präsentieren. Die Ausstellung mit dem Titel "Foyer der heimischen Wirtschaft", die am Donnerstag, 3. April, offiziell eröffnet wird, solle aber keine Firmenwerbung sein, betont Wirtschaftslehrer und Fachbetreuer Stefan Kestel. Vielmehr gehe es darum, den Schülern Anschauungsmaterial zur Verfügung zu stellen, das auch praktisch in den Unterricht einbezogen werden kann, und ihnen einen Überblick über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in ihrer Heimat zu geben.

Schon länger hatten Kestel und seine Kollegen die Idee zu dieser Ausstellung im Hinterkopf. Doch die Finanzierung der Vitrinen - eine kostet immerhin um die 1000 Euro - schien nicht machbar.
Nun kam Hilfe von den "Freunden und Förderern des Gymnasiums Ernestinum". Sie stellten das Geld für die Vitrinen zur Verfügung. Zunächst hat die Schule sechs Stück angeschafft, im Gang zur Mensa ist aber noch eine Nische frei, in die weitere zwei Glasschränke passen würden.

Firmen zahlen "Miete"

Mit den sechs Unternehmen, die die Vitrinen zur Vernissage bestückt haben (Haba, Waldrich, Kaeser, M24, Ros und die Sparkasse), wurde eine Art Monatsmiete von jeweils zehn Euro vereinbart. Diese Einnahmen dienten einerseits zur Refinanzierung der Vitrinen, andererseits solle damit aber auch weiteres Unterrichtsmaterial für die Fächer Wirtschaft und Recht und Wirtschaftsinformatik angeschafft werden, erläuterte Stefan Kestel bei der Besichtigung vorab. Dabei sei die rechtliche Seite gar nicht so einfach zu regeln gewesen, berichtete Schulleiter Bernd Jakob. Schließlich ist die Stadt Coburg Eigentümerin des Schulgebäudes. Letztendlich wurde aber mit der Ausstellungsgebühr eine unkomplizierte Lösung gefunden.

Geplant ist, die Aussteller alle zwei Jahre zu wechseln. "Ein Schüler könnte so in seiner gesamten Schulzeit rund 40 heimische Unternehmen kennenlernen", rechnet Kestel.

Der Aufbau der Vitrinen ist für alle Aussteller in etwa gleich: Auf der obersten der fünf Ebenen geht es um die Geschichte und die Organisationsstruktur der jeweiligen Firma. Darunter sind Prozessabläufe beziehungsweise Lebenszyklusse der Produkte dargestellt, gefolgt von der Vorstellung von Berufsbildern und möglichen dualen Studienangeboten. Die beiden untersten Ebenen sind für Produkte, Modelle und Kontaktdaten gedacht. Die Gestaltung und Bestückung der Glasregale bleibt aber jedem Aussteller selbst überlassen.

Schon jetzt habe ein weiteres Coburger Unternehmen Interesse an einer Vitrine bekundet, sagt Kestel. Das zeige, dass die Nachricht vom "Forum der heimischen Wirtschaft" sich schon über die Schule hinaus verbreitet habe. Selbstverständlich sei die Eröffnung am 3. April um 15 Uhr (erster Stock) wie die Ausstelllung selbst öffentlich. Und wer Interesse hat, sich selbst einmal in einer der Vitrinen zu präsentieren, könne sich an das Ernestinum wenden.