Klaus Kowalski und seine Füllbach-Fischer freuen sich. Der Grund: Das Staatliche Bauamt Kronach habe alle Versprechungen eingehalten, sagt Kowalski. Gestern bekamen die Fischer sogar einen Zentner Bachforellen als "Wiedergutmachung" für die Einschränkungen während der Straßen-und Brückenbaumaßnahmen an der B 303 geschenkt.

Im vergangenen Jahr war es nicht zu übersehen: Umfangreiche Baumaßnahmen an der Bundesstraße 303 führten zu Verkehrsbehinderungen. Bei Roth am Forst musste die alte Brücke abgerissen und durch eine neue ersetzt werden. Auch die Überführung über den Füllbach, der sich durch das Gemeindegebiet schlängelt, war in einem desolaten Zustand und wurde von Grund auf erneuert.

Die elf Füllbach-Fischer hegen und pflegen das Gewässer, das in Oberfüllbach entspringt und in der Geizenmühle bei Niederfüllbach mündet, im Gemeindegebiet
von Grub am Forst. "Durch die Baumaßnahmen im vergangenen Jahr konnten wir unser Gewässer nicht wie gewohnt nutzen," erzählte Günther Calnbach.
Auf dem Parkplatz vor dem Gasthaus "Zur goldenen Rose" haben sich gestern Calnbach, Kowalski und der Bürgermeister der Gemeinde Grub am Forst, Jürgen Wittmann, mit Alexander Krappmann von der Fischzucht Seehof getroffen. Krappmann brachte das Geschenk des staatlichen Bauamts mit: Ein Zentner junger Bachforellen wartete darauf, in das kühle Nass des Bächlein eingesetzt zu werden.

Klaus Kowalski zeigte sich begeistert: Im Vorfeld habe der Baurat Günther Engelhardt vom Staatlichen Bauamt den Fischereiverein angehört und eine Reihe von Maßnahmen besprochen. "Alles wurde genau eingehalten," freute er sich und nannte beispielsweise die Überflutungsmulde oder die beiden Rohrdurchlässe für den Füllbach und für Fußgänger und Radfahrer.

. Die beiden Füllbach-Fischer sowie Bürgermeister Wittmann und Krappmann machten sich auf zur ersten Einsatzstelle direkt unter der neuen Füllbach-Brücke. "Der Verlauf des Wasser hat sich hier ein bisschen verändert," erklärte Calnbach und entließ die erste Ladung Fische gemeinsam mit Kowalski ins klare Wasser des Füllbachs.
Ein weiterer Einsatzort befand sich einige Meter weiter, ein paar Passanten stoppten und freuten über die Forellen, die gerade ihre "neue Wohnung" bezogen.

"Es werden heimische und regionale Fische eingesetzt", unterstrich Kowalski die Nachhaltigkeit der Aktion.
Weil die Füllbach-Fischer auch Bildungsarbeit betreiben möchten, hatte Vorsitzender Kowalski den evangelischen Kindergarten über die Fischaktion informiert. Gleich hinter dem Rathaus, wusste Bürgermeister Jürgen Wittmann, sei der geeignete Ort, um Kindern den Einsatz zu zeigen.

"Hier ist das Gewässer flach, und es wird auch als Wasserspielplatz genutzt", sagte das Gemeindeoberhaupt.
Als die Vorschulkinder des evangelischen Kindergartens eintrafen, waren sie gleich hellauf begeistert. "Im Füllbach schwimmen auch Krebse", rief ein Junge.