Also brachten die Bürgermeister einen Antrag zum Thema bei der Sitzung des Kreistags am Donnerstag ein.
Landrat Michael Busch (SPD) stellte dazu klar, dass es bei diesem von der Regierung geforderten Notfallplan darum geht, in einem akuten Katastrophenfall reagieren zu können. Das Schreiben sei an die Landräte gerichtet gewesen und hätte gar nicht öffentlich werden sollen.

Tatsächlich beinhaltet die Vorgabe der Regierung für so einen Ausnahmefall drei Stufen. Demnach müssen in einer ersten Stufe von den Kreisbehörden winterfeste Einrichtungen in ihrem Zuständigkeitsgebiet ausgesucht und eingeplant werden, die geeignet sind, 200 bis 300 Personen für fünf bis sechs Wochen aufnehmen zu können.

Parallel dazu sind für Stufe zwei Standplätze für Container, Thermozelte oder ähnliche Möglichkeiten für die gleiche Personenzahl vorzubereiten.
Dort soll es möglich sein, die Betroffenen mehrere Monate unterzubringen.
In Stufe drei müssen Vorbereitungen getroffen werden, die Menschen für etwa fünf Jahre unterzubringen.
Damit, so Landrat Busch, will sich das Land für einen Extremfall wappnen. "Das wird mit großer Sicherheit nie eintreten", ist er überzeugt.

Unabhängig davon muss der Landkreis zurzeit jede Woche zwölf Asylbewerber aufnehmen. Auf ein Jahr gerechnet geht es dabei eben auch um rund 600 Flüchtlinge, die untergebracht werden müssen. Dabei setzt der Landkreis weiterhin auf eine dezentrale Unterbringung.

In ihrem Antrag regten die Bürgermeister allerdings an, angesichts der Gesamtzahlen und mit Blick auf den Notfallplan beispielsweise mit der Stadt Coburg zu verhandeln, ob nicht die noch bestehenden Kasernengebäude des Bundesgrenzschutzes geöffnet werden könnten, um dort eine Möglichkeit zur zentralen Unterbringung von Flüchtlingen zu schaffen. Schließlich seien die Möglichkeiten in den Kommunen zur dezentralen Unterbringung nicht unbegrenzt, sollte der Zustrom nicht nachlassen.

Die seit etwa 20 Jahren leerstehenden Gebäude auf dem ehemaligen BGS-Gelände für die Unterbringung herzurichten, würde aber nach den Worten des Landrats erheblichen finanziellen Aufwand erfordern, so dass dies derzeit nicht ins Auge gefasst werde. Geeigneter seien da etwa Blocks in Bamberg, die gerade jetzt erst von der US-Armee verlassen wurden.

Letztendlich beschlossen wurde dann ein anderer Punkt aus dem Antrag, den Ahorns Bürgermeister Martin Finzel (parteilos) im Auftrag seiner Amtskollegen gestellt hatte. Dabei geht es um die dezentrale Asylsozialarbeit. Diese wird von der Caritas mit einem Umfang von neun Stunden in der Woche durchgeführt. Der Landkreis will nun den Wohlfahrtsverband weiter mindestens bis zum Ende des kommenden Jahres finanziell dabei unterstützen. Mittel für die Asylsozialarbeit werden vom Freistaat zur Verfügung gestellt.

In einer Mitteilung von Sozialministerin Emilia Müller heißt es dazu: "Mit der Genehmigung des Nachtragshaushalts durch den bayerischen Landtag stehen für die Asylsozialberatung in diesem Jahr 5,1 Millionen Euro zur Verfügung. Damit haben wir die Mittel seit 2011 mehr als verdreifacht." Die Asylsozialberatung ist laut Sozialministerium eine freiwillige Leistung und wird in Bayern durch die Wohlfahrtsverbände durchgeführt. Asylsozialberatung werde mittlerweile in fast allen Gemeinschaftsunterkünften angeboten. Hinzu komme, dass inzwischen in 43 Landkreisen für die von den Kreisverwaltungsbehörden betreuten Asylbewerber Asylsozialberatung verankert werden konnte.