"Die können sich noch richtig freuen. Daran könnten sich die großen Fußballspieler ein Beispiel nehmen", stellte Tina Großmann aus Niederfüllbach fest. Die Sanitäterin der BRK-Bereitschaft Itzrund schaute sich die Fußballspiele auf Kleinfeld beim 1. Siemauer Fußballfestival für Menschen mit Behinderung auf dem Sportgelände des TSV Untersiemau an und versorgte so manch kleine Verletzung zusammen mit ihren Kollegen.

Sechs Mannschaften aus ganz Oberfranken kamen nach Untersiemau und nahmen an dem Turnier teil, das vom TSV sowie von Brigitte Sölch, der Leiterin der offenen Hilfen, und von Sebastian Deringer, Mitarbeiter bei den offenen Hilfen, perfekt organisiert wurde. Die Spieler, darunter auch einige Spielerinnen, kämpften immer jeweils zwölf Minuten lang zu sechst sehr engagiert um das runde Leder.



Rollstuhlfahrer im Tor


Da jeder einmal spielen sollte, wechselten die Betreuer, die zusammen mit vielen Fans ihre Mannschaften anfeuerten, die Akteure mehrmals aus. Bei einem Tor freute sich sichtlich die ganze Mannschaft, ob auf oder neben dem Spielfeld. Sogar ein Rollstuhlfahrer war als Torwart dabei. Deswegen wurde das Tor einfach umgelegt und dadurch verkleinert. Die Schiedsrichter David Reichhardt und Andreas Kleiber leiteten die 15 spannenden Spiele.

Mit einem Anstoß durch Landrat Michael Busch, den er noch kurz vor seinem Urlaub vollzog, wurde das Turnier eröffnet. "Ich finde es klasse, gegen andere Fußball zu spielen", betonte Constantin Brot aus Thüringen. "Ich freue mich auf die Spiele gegen die anderen", sagte Andy Richter aus Coburg. Patrik Hörn vom Sportteam Himmelkron, der als bester Spieler ausgezeichnet wurde, lobte wie auch die anderen Spieler auch die gute Organisation. "Das Turnier soll im kommenden Jahr wieder stattfinden", erklärte Brigitte Sölch.


Sechs Sport-Stationen

Auch einen besonderen Parcours haben sich die Organisatoren für Menschen mit oder ohne Behinderung einfallen lassen. An sechs Stationen war Mitmachen angesagt. Da wurde Tischtennis gespielt und auf die Torwand geschossen. Außerdem konnte sich jeder im Kegeln und im Fußballgolf versuchen und so andere Sportarten ausprobieren.

Wer alle Stationen durchlaufen hatte, fand sich im Lostopf wieder. Unter allen Teilnehmern wurden wertvolle Preise verlost, die von heimischen Firmen gespendet wurden. "Dort stieß das Turnier auf offene Ohren", wie der Vorsitzende Jürgen Rückert in seiner Ansprache bei der Eröffnung betonte. Außerdem konnte jeder einmal seine Schusskraft mit dem Ball bei einem Schuss auf ein Tor messen lassen.

Bei der Siegerehrung erhielt jede Mannschaft einen wertvollen Spielball und einen Pokal, neben Urkunde mit Foto der Mannschaft, vom Zweiten TSV-Vorsitzenden Matthias Müller überreicht.