Auf dem weiten Weg durchs Leben nicht zu rennen - diesen Leitsatz gab Schulleiter Herbert Brunner den diesjährigen Abiturienten des Gymnasiums Alexandrinum bei ihrer Verabschiedung mit auf den Weg. Der Oberstufenjahrgang 2014/2016 feierte am Freitagabend das Ende der Schulzeit im Kongresshaus Rosengarten.
Brunner empfahl seinen ehemaligen Schülern, ihre Kräfte vielmehr einzuteilen und gezielt einzusetzen. Denn wer allein auf Geschwindigkeit setze, verfehle das Wesen des Menschen, weil er verkümmere. Ein solcher Mensch lebe gar nicht wirklich, sei geschichtslos, ohne kulturelles Gedächtnis und Bildung und vor allem in sozialer Hinsicht verarmt.


Nachdenkliche Worte

Der Leitsatz, dass nicht rennen soll, wer einen weiten Weg vor sich habe, lasse sich aber auch auf die zu Ende gehende Schulzeit der jungen Frauen und Männer übertragen und diese gleichzeitig bewerten.
Denn als die jetzigen Abiturienten in die fünfte Jahrgangsstufe am Alexandrinum eintraten, habe schon einmal ein gerade in den Augen des Erstklässlers vergleichsweise weit anmutender Weg vor ihnen gelegen.

Auf dieser Wegstrecke hätten sich den Schülern vielfältige und weitere Perspektiven eröffnet und gezeigt, was man erreichen könne, wenn man mit offenen, wachen Augen durch die Welt gehe und nicht auf einer vorgegebenen Bahn ausharre. Dies sei ganz anders als beim Rennfahrer, den Ablenkung nur Zeit koste. Bei diesem laute der Leitspruch "Augen zu und durch". Wer aber allein auf den Siegerkranz hoffe, drohe überheblich und selbstgefällig zu werden.


Keine Angst haben

Ein Innehalten auf dem Lebensweg bereichere jeden Einzelnen nicht nur selbst in vielerlei Hinsicht bei Entwicklung und Bildung. Deshalb sollten die jetzigen Abiturienten keine Angst auf dem weiten Weg in die Zukunft haben, sondern Stellung beziehen und Zivilcourage beweisen. Herbert Brunner: "Ich hoffe, die Zeit am Alexandrinum hat ein wenig zu dieser Zuversicht beigetragen."

Einen humorvollen Rückblick auf ihre Schulzeit hielten die Oberstufensprecherinnen Sophie Luther, Julia Motschmann und Tabea Stammberger. Vor allem zeigten sie die unterschiedlichen Auffassungen auf, was denn für die Abiturprüfungen wichtig sei oder nicht - hier hätten sich ihre Meinungen oft grundsätzlich von denen der Lehrkräfte unterschieden: "Was wir ignorierten, waren die ständigen Ermahnungen, am besten gleich zu Beginn der Oberstufe einen Lehrplan zu erstellen und sich stets bewusst zu sein, dass alles, ja wirklich alles für die Abiturnote zählt." Letztendlich bedankten sich die Oberstufensprecherinnen aber bei all ihren Lehrern, bei der Oberstufenkoordinatorin Christl Wolf, bei den Sekretärinnen und Hausmeistern für die Hilfe bei allen Problemen - und bei ihren Eltern für das Pausenbrot und "jede Stunde, in der wir zusammen etwas gepaukt haben, das wir sowieso niemals verstehen werden".


Leistungsprämien

Leistungsprämien für hervorragende und sehr gute Abiturleistungen (Gesamtdurchschnitt 1,5 oder besser) erhielten: Ilka Scheer, Theresa Wölfel, Lilli Reißenweber, Myriam Bouziani, Peter Franke, Christine Beck, Tabea Stammberger, Lena Stottele, Simone Küchler und Sophie Luther. Besonders gute Leistungen erzielten Lisa Katzer (Deutsch) und Eva Pfister (Deutsch und Ethik).
Das Programm wurde umrahmt vom Orchester, dem Abiturientenchor, dem Instrumentalensemble, der Band und dem Vokalensemble des Gymnasiums Alexandrinum unter Leitung von Martin Kleiner.