Nach "ABBa Mania" in den letzten Jahren greift man jetzt gleich nach dem Golde, nach "ABBA Gold", so die aktuelle Retro-Show, die Produzent Werner Le onard on tour geschickt hat. Das zehn Jahre nach der Auflösung der Band 1992 veröffentlichte Best-of-Album hieß auch so.
Tatsächlich scheinen die unverwüstlichen ABBA-Hits ja unerschöpfliche Energie zu liefern, um das grassierende Fieber endlos zu nähren. Im Tambacher Schlosshof jedenfalls herrschte wieder Verzückung.
Dabei geht es bei diesen Shows ja nicht um kreatives Weiter-Entwickeln origineller Kompositionen. Man feilt jetzt schon seit Jahrzehnten an der minutiösen Rekonstruktion. ABBA werden geradezu beschworen, livehaftig wiederzuerscheinen.
Original gestylter Sound und Gesang bis zum schwedischen Akzent der Sänger und exakt kopierte Bühnenshow - geht es da nicht um geradezu alchimistische Wiederbelebung? Die Millionen Fans wollen das Ende der Popgruppe nicht akzeptieren, sie wollen ABBA nicht sterben lassen.
Na bitteschön! Welche Musikgruppe würde sich nicht solch ein "Waterloo" wünschen, auch 40 Jahre nachdem ABBA mit eben diesem Song den "Grand Prix" gewann. C.H.