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Ahorn
Attraktion

5500 Gäste kamen in das barocke Ensemble in Ahorn

Es gab einen Besucherrekord beim 30. Handwerker- und Töpfermarkt in der Alten Schäferei in Ahorn.
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Gabriele und Günter Neidhardt schlenderten am Sonntag über den Handwerker- und Töpfermarkt in der Alten Schäferei. Das Ehepaar genoss die besondere Atmosphäre.  Foto: Gabi Arnold
Gabriele und Günter Neidhardt schlenderten am Sonntag über den Handwerker- und Töpfermarkt in der Alten Schäferei. Das Ehepaar genoss die besondere Atmosphäre. Foto: Gabi Arnold
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Entlang der bunten Marktstände flanieren, schauen und vielleicht was Schönes kaufen. Genau dies wollten Gabriele und Günter Neidhardt am Wochenende. Das Paar besucht seit Jahren zu Pfingsten die "Alte Schäferei" in Ahorn. "Weil wir die Atmosphäre, das Angebot und die Umgebung genießen", schwärmten die beiden am Sonntag. Damit waren die Neidhardts in bester Gesellschaft. Geschätzte 5500 Besucher strömten zum 30. Töpfer- und Handwerkermarkt in das barocke Ensemble und stellten damit einen neuen Besucherrekord auf.

Ahorns Bürgermeister Martin Finzel, der am Eingang für eine Mitgliedschaft im Förderverein warb, freute sich über die riesige Resonanz. Den Grund für die Besucherscharen führte er auch auf die neuen Zufahrtswege zur Schäferei und die erweiterten Parkmöglichkeiten zurück. Aber auch das Wetter und das bunte Marktreiben trugen laut Finzel zum Erfolg des Festes bei. "Mittlerweile ist diese Veranstaltung weit mehr als ein Geheimtipp. Der Markt hat sich über die Grenzen hinaus etabliert", sagte der Bürgermeister. Tatsächlich, die Besucher kamen aus nah und fern nach Ahorn, schlenderten durch das Areal, kauften ein und genossen im Biergarten der Schäferstuben den Blick in die Natur.


Stammplatz und Stammkundschaft

Initiiert hatte den Handwerker- und Töpfermarkt einst Edith Memmel, die wieder an ihrem Stammplatz direkt an der Scheune ihre Töpferwaren verkaufte und sehr zufrieden war. " Ich habe hier meine Stammkundschaft, die mit mir alt wird und jedes Jahr kommt, um das Sortiment zu erweitern", sagte sie lachend.


Kaufen und zuschauen

Mit 55 Händlern seien es diesmal deutlich mehr dabei als im Vorjahr, sagrte die Museumsleiterin Chris Loos. Es werde auf die Qualität des Angebotes höchster Wert gelegt. "Es sind nur professionelle ausgesuchte Kunsthandwerker und Handwerker heute hier", erklärte Loos. Zu finden war alles, was das Herz der Liebhaber von Töpferwaren höher schlagen lässt: Gebrauchskeramiken und Dekorationsstücke in allen Dekors und Designs: rustikal, traditionell, schlicht, pfiffig, filigran, modern und extravagant. Dazu gab es handgefertigten edlen Schmuck, ausgefallene Hüte oder exklusive Textilwaren aus Naturmaterialien oder eine bunte Vielfalt an blühenden Pflanzen und duftenden Kräutern für den Garten. Selbstvermarkter boten Produkte an und einige Händler ließen sich bei ihrem Handwerk auch über die Schultern blicken. So zeigte Gudrun Zwingelberg alte Handarbeitstechniken, Ramona und Ilona Renner präsentierten das Schleißen von Federn, eine Korbflechterin fertigte geschickt Korbwaren an.

Genau dieses Konzept komme an, beobachtet Sebastian Sonnauer, der Geschäftsführer der Museen im Coburger Land. Das regionale Handwerk und alte Techniken seien wieder voll im Trend, sagte er. "Man sieht es: Es kommen viele junge Leute und Familien mit kleinen Kindern hierher", freute er sich. Zu den Besuchern gehörten Helga Schneider und Eberhard Schneider mit ihrer Tochter Katja Gwosdz und ihrer Enkeltochter Luise. Pflanzen und Keramiktassen und einen handgefertigten Teppich hatten die Coburger gekauft. "Der Teppich ist aus Fuchsschafswolle und damit etwas ganz Besonderes", freute sich Eberhard Schneider. Apropos: Auf dem Gelände fühlen sind seit einiger Zeit wieder die rotschimmernden Paarhufer wohl.

Und auch die Schafhaltung passe hervorragend in das Konzept der Alten Schäferei, sagte Loos. Nur einen Wermutstropfen gab es: Die emsigen Landfrauen waren diesmal krankheitsbedingt nicht mit von Partie. "Das ist sehr schade, sie fehlen", sagte beispielsweise Edith Memmel. Wie Chris Loos und Sebastian Sonnauer bestätigten, fehle es den Landfrauen an jungen Frauen. "Sie stehen auf wackliger Basis", sagte Loos. Dabei seien Brot- und Blechkuchenbacken nur ein Teil, den man bei den Landfrauen lernen könnte, wirbt Sonnauer für Nachwuchs. Apropos Werbung: Martin Finzel konnte bis Montagmorgen 41 neue Mitglieder für den Förderverein gewinnen. "Das Fest war heuer ein Besuchermagnet und ein sensationeller Erfolg", freute er sich.