Die 1000 Zuschauer, die trotz der äußeren Umstände den Weg in die Halle gefunden hatten, bedanken sich so auf ihre Weise für das, was Hrvoje "Cveba" Horvat für den Coburger Handball geleistet hat. Schon zur Halbzeit war die einseitige Partie zu Gunsten des HSC entschieden: 14:4 - am Ende gewann die Drittliga-Mannschaft mit 30:16.
Einen Vorteil hatten aber die "Oldies" rund um Martin Reuter, Christian Pack, Vladimir Suma und Kamil Piskac dabei. Während die "Neuen" beim HSC nur die klimatisierte Atmosphäre der HUK Coburg-Arena kannten, waren die Temperaturen für die Mannschaft von Horvat nichts Neues. Feierten sie doch an dieser Wirkungsstätte ihre größten Erfolge.
Das Abschlusstraining am Donnerstagabend bestand aus einem Rundgang über das Schlossplatzfest.
"Früher hätte ich das vor solch einem wichtigen Spiel natürlich verboten", erklärte Horvat schmunzelnd, "aber da sollten sich meine Jungs noch einmal locker machen für die Partie."
Überzeugt, dass sie beim Spiel dann locker genug sein würden, nickten "Flo" Lendner und "Kostja" Zelenov einhellig mit dem Kopf. Aber eines fürchteten sie alle zusammen - wenn die Mannschaft von Jan Gorr hohes Tempo gehen würde, der kräfteraubenden Vorbereitung zum Trotz. Doch als die Aufstellung bekannt wurde, wollte Horvat plötzlich den Spieß umdrehen.
Denn bei der Mannschaft von Jan Gorr mussten Ronny Göhl (Knieprobleme), Sebastian Roth (Rücken), Hajck Karapetjan (Schulter) und Tomas Riha (Ellenbogen) passen.
"Wir sind doppelt so viele Spieler - jetzt geben wir das Tempo vor", meinte Horvat scherzhaft und schickte seine vermeintlich stärkste Formation mit Lendner, Lakisa, Pack, Suma, Piskac und Kirchner zuerst aufs Feld. Die hatten mehrmals die Möglichkeit zu einer Führung, denn gerade "Piski" am Kreis bewegte sich wie in alten (Aufstiegs-)Zeiten. Wenn die Bälle aber verloren gingen, dann zogen die Mannen von Jan Gorr zielstrebig aufs Gehäuse der "OldStars". Bis zum 4:2 (12.) trugen sich auch nur Johan Andersson und Anton Lakisa in die Torschützenliste ein.
Nach einer Auszeit des nicht zufriedenen Jan Gorr probierte es Zelenow sogar mit einem Kopfleger beim Strafwurf gegen Zwei-Meter-Mann Oliver Krechel, scheiterte aber. Phasenweise ging es schon richtig zur Sache, Kelm bekam eine von Jan Kästner mit - ein Duell das man auch in der neuen Saison sehen wird, wenn es gegen Rödelsee geht. Das klare Ergebnis für das HSC-Team resultiert auch aus der schwachen Chancenverwertung der "Oldies", die bis zum Kreis zeigten, dass sie das Handballspielen noch nicht verlernt haben.
Aber auch das aktuelle Team zeigte Konzentrationsschwächen, ließ viele Möglichkeiten aus. Trotzdem hatten die Zuschauer bis zum Ende der immer lässiger geführten Partie ihre wahre Freude.
Der letzte Treffer war dann auch noch einmal ganz im Sinne der Fans, denn die beiden HSC-Torsteher hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen: Oliver Krechel passte millimetergenau auf "Howie" Martinssen, der den perfekten Kempa-Trick zum 30:16-Endstand spektakulär abschloss.
Einen Ehrenwimpel erhielt Horvat auch aus Händen des BLSV-Kreisvorsitzenden Peter Rückert. rbi/ct