Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth muss wieder verstärkt um den Klassenerhalt zittern: Gegen die Basketball Löwen Braunschweig kassierten die dezimierten Wagnerstädter vor gut 2800 Zuschauern eine 61:71 (31:27)-Heimniederlage und können damit im Saisonendspurt noch von der TBB Trier abgefangen werden, die mit einem Auswärtserfolg bei Phoenix Hagen überraschte.

Kraft reicht nur drei Viertel

Nur für drei Viertel (49:49, 30.) reichte die Kraft der Wagnerstädter im vorletzten Heimspiel der Saison 2014/15. Im Schlussabschnitt machten sich dann die verletzungsbedingten Ausfälle von David Brembly und Javon McCrea, für die beide die Saison bereits vorzeitig beendet ist, sowie von Spielmacher Jason Brickman, der sich vorzeitig aus der Wagnerstadt verabschiedet hatte, deutlich bemerkbar - zumal mit Bryan Bailey und Simon Schmitz zwei weitere Akteure aufgrund von Verletzungen ebenfalls nur bedingt einsatzfähig waren. Das wussten die Niedersachsen, die sich selbst noch Hoffnungen auf eine Play-Off-Teilnahme machen dürfen, auszunutzen.
Mit einem 15:0-Lauf eröffneten die Gäste, die nun in der Defensive noch eine Schippe zulegen konnten, den Schlussabschnitt und gestatteten den Hausherren erst in der 38. Minute den ersten Korberfolg (50:64) in den letzten zehn Minuten.

"Zunächst konnten wir die Energie und das Herz aufs Feld werfen. Aber je länger das Spiel dauerte, desto schlauer wurden die Braunschweiger. Sie haben gemerkt, dass Bailey nicht mehr kann und ihn attackiert. Dru Joyce hat das sehr clever gemacht. Im dritten und vor allem vierten Viertel sind uns dann die Felle davon geschwommen, weil wir einfach nicht mehr genug Tiefe in der Bank hatten", sagte Bayreuths Trainer Michael Koch und bekam Zuspruch von seinem Braunschweiger Trainerkollegen Raoul Korner: "Die Bayreuther haben uns trotz ihrer personellen Probleme das Leben extrem schwer gemacht. Wir haben gewusst, dass die Zeit unser Freund ist und wir nur darauf warten mussten, dass Bayreuth die Puste ausgeht. Das war dann im vierten Viertel der Fall!"

Bester Akteur bei Bayreuth war einmal mehr Brandon Bowman, der ohne Pause durchspielte und mit 18 Punkten (5 Rebounds, 3 Ballgewinne) zum Topscorer avancierte. Bei den Niedersachsen führte US-Spielmacher Dru Joyce die Korbschützenliste mit 16 Zählern an.
In den verbleibenden beiden Partien der Hauptrunde empfängt Medi am Sonntag den frisch gebackenen Pokalsieger EWE Baskets Oldenburg, bevor zum Saisonfinale das Oberfrankenderby bei den Brose Baskets auf dem Spielplan steht.


Bayreuth - Braunschweig 61:71 (18:12, 13:15, 18:22, 12:22)
Medi Bayreuth: Bowman (18 Punkte/2 Dreier), Foster (12/1), Palyza (10/1), Heyden (9), Bailey (6), Schmitz (3/1), Burrell (3), Zeis, Durant, Johannes.
raunschweig: Joyce (16/2), Simon (10/2), Abromaitis (10/2), McElroy (10), Visser (9), Lockett (6), Pluskota (6), Allen (4), Adler, Theis, Bogdanov, Gertz.