Nach einer weitgehend ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der die Wagnerstädter längere Zeit knapp in Führung lagen, reichten den Moselstädtern kurz nach dem Seitenwechsel fünf starke Minuten, um mit einem beherzten Zwischenspurt die Weichen vorzeitig auf Sieg zu stellen. In dieser Phase fielen die Bayreuther einmal mehr in altbekannte Verhaltensmuster zurück: Unter dem wachsenden Druck der Trierer verloren Hamilton & Co. vorübergehend vorne wie hinten die Kontrolle und suchten mehrfach vorschnell und erfolglos den Abschluss in der Offensive. Die Folge war ein fast schon aussichtsloser 60:46-Rückstand (28.), im weiteren Spielverlauf konnten sich die Bayreuther dann zwar wieder fangen und nach einem Dreier von Will Conroy bis auf 68:63 (36.) verkürzen.

Die aufkeimende Hoffnung im Bayreuther Lager war jedoch schnell wieder erstickt: Unter der sicheren Regie ihrer beiden Guards Jermaine Anderson und Trevon Hughes konnten die Moselstädter den Vorsprung sicher verwalten und den 12. Sieg im insgesamt 31. Duell zwischen den beiden Basketball-Hochburgen fixieren.

"Die Aggressivität am Anfang hat uns gut getan, und wir haben sie im dritten Viertel vermissen lassen. Trotz allem bin ich aber stolz, dass die Mannschaft sich wieder auf sechs Punkte herangekämpft hat. Wir haben in Trier mit acht verloren, das ist nicht der Untergang der Welt. Wir haben noch viele Spiele zu spielen und können an den Schwächephasen arbeiten", kommentierte Michael Koch den ersten Auftritt von Medi Bayreuth unter seiner Regie.

"Ich denke, dass der Sieg meiner Mannschaft in Ordnung geht und für uns sehr wichtig ist - gegen ein Team, das sich mit Mike Koch in der Rückrunde immens steigern wird. Deshalb ist es gut, dass wir jetzt gegen sie gespielt und gewonnen haben", war Triers Cheftrainer Henrik Rödl, der 1993 Seite an Seite mit Michael Koch den Europameistertitel nach Deutschland holen konnte, sichtlich zufrieden.