Zudem sieht er das Argument, dass sich die Schulschließung nur auf ein Jahr begrenzt, kritisch. Mögliche Schulwechsel der Kinder können für Unannehmlichkeiten sorgen, einem pädagogisch erfolgreichen Unterrichtsgeschehen könne das "nicht zuträglich sein."
Des Weiteren merkt er an, dass Grundschüler aufgrund der aktuellen Corona-Situation ohnehin stark psychisch leiden. Die Entscheidung, die Schule zu schließen durchkreuze außerdem "die Vorgaben der Behörden zur Eindämmung der Corona-Pandemie", was der Bürgerschaft "nicht zu vermitteln" sei.
Abschließend bat er Piazolo darum, "alles, was notwendig ist, zu tun, um den Erhalt der Grundschule zu sichern." Schon in wenigen Wochen beginnt das neue Schuljahr in Bayern. Eine Reaktion seitens des Ministeriums angesichts der kritischen Stimmen aus Bayreuth bleibt abzuwarten.
Update vom 19.08.2020: Kramme hält Schulschließung in Zeiten von Corona für "falsches Signal"
Die Bayreuther Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme hat sich an den bayerischen Kultusminister Michael Piazolo und an die Regierungspräsidentin von Oberfranken Heidrun Piwernetz gewandt und um Unterstützung bei der Aufrechterhaltung des Grundschulbetriebes in Schnabelwaid gebeten. Dies geht aus einer Pressemitteilung der SPD-Politikerin vom Mittwoch (19. August 2020) hervor.
„Mir ist zwar bewusst, dass die Schülerzahlen in der Grundschule Schnabelwaid nach den bayerischen Richtlinien derzeit keine Weiterführung des Schulbetriebes rechtfertigen. Allerdings haben wir derzeit auch komplett andere Voraussetzungen", betonte Kramme. "Die Corona-Pandemie fordert den Schulen ein hohes Maß an verschiedenen Hygiene-Maßnahmen und Abstandsregelungen ab, so dass ich der Überzeugung bin, dass es im Falle Schnabelwaids eine Ausnahmegenehmigung geben sollte." In der jetzigen Situation müsse der Schutz der Gesundheit der Lehrkräfte und Schüler sowie aller am Schulleben Beteiligten sichergestellt sein und Vorrang gegenüber Richtwerten haben.
Als Folge der Schließung müssten alle Schnabelwaider Grundschüler in der Nachbargemeinde Creußen unterrichtet werden. "Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie halte ich dies für problematisch", gab Kramme zu bedenken. In Schnabelwaid könnten die Mindestabstände leicht eingehalten werden. Nach der Wiedereröffnung der Schulen habe man in Schnabelwaid auch direkt zum Regelbetrieb zurückkehren können. Ein Wechsel- oder Schichtsystem wie an anderen Schulen habe es nicht gegeben.
"Die Situation an der Grundschule in Creußen würde sich hingegen verschärfen", vermutete die Parlamentarische Staatssekretärin. "Nachdem die Schülermindestzahl für das Jahr 2021/22 laut Prognose wohl wieder erfüllt wird, halte ich die beabsichtigte Schließung für ein falsches Signal“, so Kramme.
Erstmeldung vom 18.08.2020: Zu wenige Schüler: Grundschule Schnabelwaid muss schließen
In einer der beiden Schulklassen sei die Mindestanzahl an Schüler nicht erreicht worden, sagt Florentino Mayer, Leiter der Grundschule, zur Deutschen Presse-Agentur. "Das Minimum für eine Klasse sind 13 Schüler, im kommenden Schuljahr wären in der Kombiklasse 3/4 nur neun Schüler", so Mayer.
"Wir sind eine der kleinsten Schulen Bayerns", heißt es auf der Schulhomepage
Allerdings habe er für das kommende Schuljahr Hoffnung, dass die Schließung nur ein Jahr andauere. "Sehr gut" sehe die Prognose aus, betont er. "Wir von der Schule haben alles getan, um die Grundschule zu erhalten", sagt Mayer der dpa. Ein entsprechender Antrag zur Weiterführung der Schule liege der Staatsregierung vor.
Zum Vergleich: Im vergangenen Schuljahr gab es an der Grundschule Schnabelwaid zwei Schulklassen mit rund 30 Schülern. In der Corona-Krise sei die kleine Anzahl an Schülern ein Vorteil gewesen, da man die Abstandsregeln habe einhalten können.
In Zukunft müssen die Schüler in den Bus steigen, um zum Unterricht zu gelangen. Laut Angaben von Mayer ist vorgesehen, sie in der Nachbargemeinde Creußen, ebenfalls im Landkreis Bayreuth, unterzubringen.
Wie kann es in den jetzigen Zeiten eigentlich sein, dass eine Schule wegen geringer Schülerzahlen schließen muss? Komischerweise wird uns immer wieder erzählt, dass man sich im privaten Bereich mit so wenig als möglichen Personen treffen sollte. Für Schulen scheint dies in Bayern nicht zu gelten.