Wenn am Faschingssamstag um 19.11 Uhr zum 30. Mal die "Gaaskeeser"-Prunksitzung der Concordia über die (Faschings)-Bühne geht, dann haben Vorsitzender Thomas Fischer und Stefan Nüßlein, der 23 Jahre lang als Sitzungspräsident die Großveranstaltung mit über 100 Mitwirkenden leitete und als "Mitgründer" den Anstoß zu dieser außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte gab, großen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte.

"Die Idee wurde von Peter Junge und mir geboren. In der neuen Halle probierten wir 1982 bei einer Tanzveranstaßung Einlagen aus. Natürlich brauchten wir in dieser Zeit auch dringend Geld. So wurde der sportliche Bereich immer von der Prunksitzung finanziert", blickt "Urgestein" Stefan Nüßlein zurück.


Als Tänzer angefangen

Bei der Premiere war auch bereits Youngster Thomas Fischer dabei: Mit seiner Ehefrau Chris sorgte das Duo als bayerischer Meister im Rock 'n' Roll für wahre Begeisterungsstürme. "Die guten Kritiken nach der Premiere motivierten zum Weitermachen. Ich hätte nie gedacht, dass sich daraus ein derartiger Verlauf entwickelt. Alles hatte sich auf dem Parkett abgespielt, Bau-Scheinwerfer wurden montiert und erst später bekamen wir die Gemeinde-Bühne", erinnert sich Nüßlein. "Und heute brauchen wir für unsere Technik einen 7,5-Tonner", ergänzt Fischer.

Während der heute 74-jährige Nüßlein das Programm gestaltete, Büttenreden schrieb und hielt, den Ablauf plante und das Heft fest in der Hand hatte, entstand in dieser Aufbruchphase die Tanzsport-Garde (1986). "Ja, ich bin richtig in die Prunksitzung reingewachsen, es wurde immer mehr, ich spielte bei vielen Sketchen mit und hielt Büttenreden", erzählt der jetztige Vorsitzende, der vor neun Jahren den Publikumskracher "Männerballett als Ladykiller" gründete.

Keine "Profi-Einkäufe"

Beide "Macher" betonen im Einklang, dass es eine "eigene" Sitzung sein soll und es keine "Profi-Einkäufe" gibt. Sieht einmal vom Gastredner Wolfgang Reichmann und dem ein oder anderen Auftritt der "Kulturbanausen" ab, so haben die "Concorden" diese Mannschaftsleistung bis heute durchgehalten.

So wie sich der damalige Vorsitzende und Hallen-Namensgeber Karl Wagner aus der Prunksitzung heraus hielt, so hält es auch Stefan Nüsslein seit seinem Bühnen-Abschied 2005. Wie kann man über zwei Jahrzehnte eine solche Großveranstaltung leiten? "Da darf man kein unlustiger Mensch sein, ich habe Spaß am Witz und man muss über sich lachen können. Ich war immer auf Stoffsammlung programmiert.

Die nervliche Beanspruchung wuchs aber zusehends", beschreibt Stefan Nüßlein sein (Ex)-Leben als Präsident. Durch die Garde-Auftritte kamen auch andere Strömungen auf, letztlich wird die "Gaaskeeser"-Sitzung um die Garden gebaut. Ein Strullendorfer Markenzeichen und Gütesiegel.

Nüßlein und seine Mannen bauten seinerzeit die ehemalige Tennishalle Samstagfrüh um, dann am Wochenende zwei Sitzungen, ehe am Montagabend schon wieder die Bälle flogen. Da hat es das Fischer-Team schon besser: Eine gute Woche der Vorbereitung ist in der Halle machbar.

Nach dem Motto "nach der Prunksitzung ist vor der Sitzung" gibt es mit den Gardetrainern und dem "harten Kern" des Organisationsteams eine kritische Nachbesprechung, im Sommer dann wird bereits "abgecheckt", wer als Darsteller zur Verfügung steht, dazu das Leitmotiv (heuer: "Was für ein Zirkus!") überlegt, ehe im Herbst die Proben anlaufen, die Musik ausgewählt wird und Thomas Fischer bis Weihnachten alle Texte geprüft hat.

Ab und zu "Zensur"

"Ab und zu musste ich schon mal zensieren, zu starke Angriffe müssen nicht sein, schließlich muss ich den Kopf hinhalten. Wir halten uns auch bewusst aus der lokalen und großen Politik raus", so Fischer, der auf Show-Effekte setzt.
"Wir wollen, dass die Leute zufrieden nach Hause gehen. Es soll nicht nur eine High-Tech-Veranstaltung sein." Die Frage nach den Höhepunkten beantworten Nüßlein und Fischer fast einstimmig: Rock 'n Roll, Garde, Sketche, Black-Light-Show und Musicals.

Natürlich zittert Thomas Fischer immer noch Jahr für Jahr, am meisten natürlich am Samstag, denn am Sonntag ist alles schon lockerer. "Wie kommt alles beim Publikum an?", lautet seine alljährliche Frage. Vier Stunden netto Unterhaltung - und dies seit 1983 (nur 1991 entfiel die Sitzung wegen des Golf-Kriegs). Eine Erfolgsgeschichte, an der auch pro Jahr "um die fünfzig Helfer hinter den Kulissen" beteiligt sind. Die Jubiläums-Sitzung soll ein unvergesslicher Höhepunkt werden. Die Vorbereitungen laufen derzeit täglich bis Mitternacht auf Hochtouren.