Was machen Main, Regnitz, Wiesent oder auch die Itz wenn es ergiebig geregnet hat oder wenn der Schnee geschmolzen ist? Bleiben sie in ihrem Bett, oder treten sie über die Ufer? Die Frage ist vor allem im Winter aktuell, denn in der Jahreszeit kommt in der Regel das Hochwasser. In Nordbayern gibt es meistens Winter-Hochwasser und in Südbayern meistens Sommer-Hochwasser, weiß Frank Pilhofer vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen, der auch für den Hochwassernachrichtendienstzuständig ist.

Am vergangenen Wochenende ist der Main zwar gestiegen, aber nicht erheblich. Drastischer hat sich der Wasserstand der Wiesent bei Muggendorf (Landkreis Forchheim) von Donnerstag auf Freitag verändert. Stellenweise kann es hier zu kleineren Ausuferungen kommen, soweit die begriffliche Erklärung, wenn einmal die Meldestufe eins überschritten ist.
Die ansteigenden Pegel kommen nicht nur vom Regen, sondern auch vom schnellen Abtauen der Schneedecke. Dass die Grundwasserspiegel überall deutlich ansteigen sei normal, informiert der Wetterochs, hier komme es dieser Tage auch wieder zu einer Normalisierung.

Der Pegel der Regnitz - gemessen in Pettstadt - wird wohl in den kommenden zwei Tagen, so die Prognose des Hochwassernachrichtendienstes, nicht über die Meldestufe eins klettern. Der Main-Pegel bei Trunstadt pendelte sich bei knapp zwei Metern ein. Normal ist ein Wasserstand, der etwa einen halben Meter niedriger liegt. In anderen Zahlen ausgedrückt: Normalerweise fließen im Main 110 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch. Aktuell sind es 175 Kubikmeter. Diese erhöhten Werte seien "nicht dramatisch", erklärte Pilhofer.

Alles normal in dieser Jahreszeit. Normal läuft auch die Schifffahrt auf dem Main. Nur die "besonders großen Schiffe müssen liegen bleiben" sagte Helko Fröhner vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Schweinfurt mit Blick auf den Schiffsverkehr in und um Bamberg jetzt am Wochenende.

Hochwasserwarnung

"Wahrscheinlich kommen wir ganz knapp um eine Sperrung herum", sagte Fröhner. Bei einem Pegel von 2,10 Metern kann es die ersten Beeinträchtigungen geben. Dann dürfen über 165 Meter lange Schubverbände bei Nacht nicht mehr auf dem Fluss fahren. Die Schiffsführer dieser "Riesen" müssen bei Einbruch der Dunkelheit anlegen und Pause machen, bis es wieder hell wird. Bei einem Pegel von 2,40 Metern dürfen die großen Schubverbände auch nicht mehr am Tag auf dem Main fahren. Bei 3,40 Metern wird die Schifffahrt auf dem Main komplett eingestellt. Die erste Meldestufe wird bei einem Stand von vier Metern erreicht. Es gibt insgesamt vier Meldestufen.

Das für Bamberg zuständige Wasserwirtschaftsamt in Kronach gibt für Stadt und Landkreis eine "Hochwasserwarnung vor Überschwemmungsgefahr für bebaute Gebiete" bis Montag aus. Entscheidend ist unter anderem der Main-Pegel bei Kemmern, der bei einer Überschreitung der Meldestufe drei einen Wasserstand von 5,70 Meter erreichen könnte.

Auch am Main bei Schwürbitz (Landkreis Coburg) und an der Itz bei Schenkenau (Landkreis Lichtenfels) sind ab Samstagnachmittag mit Pegelanstiegen zu rechnen. Die Itz erreichte bereits am Freitag einen Wasserstand knapp unter der Vier-Meter-Linie. Der Bamberger Landkreis blieb am Freitag der einzige in Franken, dem volllaufende Keller und möglicherweise auch einzelne Sperrungen von Verkehrswegen in den kommenden Tagen drohen könnten.

Laut Wetterochs werden bis zum Sonntagmorgen für die Fränkische Schweiz Niederschlagsmengen von 30 bis 40 Millimeter erwartet, während es in den tiefen Lagen von Bamberg nur zehn bis 15 Millimeter sein sollen. Änderungen der Hochwasserlage sind im Internet über den Hochwassernachrichtendienst abrufbar.