"Wir bieten ein breites Spektrum an, auch im Rahmenprogramm. Das wird gut angenommen. Bei den ,Dorfrockern' war das aus verschiedenen Gründen nicht der Fall", begründet eine Sprecherin des nach eigenen Angaben größten Heavy-Metal-Festivals der Welt die Ausladung. Wacken startet am 4. August, 75.000 Besucher kommen in den 1800-Einwohner-Ort.

Dass die drei "Dorfrocker", die Gebrüder Thomann aus Kirchaich (Landkreis Haßberge) im Steigerwald nicht ganz die Musik nach dem Geschmack der Besucher machen, die für die schwermetallischen Tage bis zu 180 Euro hinblättern, war schon klar, als im Dezember 2015 die überraschende Einladung aus Schleswig-Holstein kam. So mancher hielt die Meldung auf der Facebook-Seite der Partyband gar für einen Scherz.


Seit 2007 auf der Bühne

"Der Kontakt mit den Organisatoren von Wacken kam am Rande eines Festivals in Südtirol zustande", erzählt Tobias Thomann, der mit seinen Brüdern Markus und Philipp und inzwischen 130.000 Facebook-Fans im kommenden Jahr das zehnte Bandjubiläum feiern kann. Die "Thomänner" lernten als Kirchenband das Laufen und etablierten sich 2007 mit ihrem Album "Party, Mädels, Geile Zeit" in der Volks-Pop-Szene. Die Einladung nach Wacken traf Tobias Thomann wie der Blitz aus heiterem Himmel. In die Freude, vor einer derart großen Kulisse spielen zu dürfen ("wie die Champions League beim Fußball") mischte sich ein Hauch von Lampenfieber. "Man weiß ja nicht, wie ankommt."


Heino war auch schon da

Diese Frage stellt sich nicht mehr. Wacken will die "Dorfrocker" nicht haben. Den Anstoß dazu gab eine Online-Petition gegen die, so wörtlich, "Ballermann Schlager Band". Der Aufruf fand 27 (!) Unterstützer, genug jedenfalls für die Macher von Wacken, die "Dorfrocker" doch nicht in das Rock-Dorf zu holen. Da scheut gebranntes Kind wohl das Feuer: Als 2014 Heino mit Rammstein auf die Bühne kam, tobte in Wacken ein Sturm der Entrüstung.

Auf ihrer Facebook-Seite wird den "Dorfrockern" reichlich Zuspruch zuteil, bisweilen augenzwinkernd: "Ihr passt zu Wacken wie ein Eisbär in die Wüste", schreibt ein Fan.