Die Wochen in Down Under werden für die 19 Studenten der Otto-Friedrich-Universität und ihrem Team-Manager Otto J. Band "lebenslänglich" in unvergesslicher Erinnerung bleiben. Von der sportlichen als auch der gesellschaftlichen bzw. sozialen Seite hat sich die Reise unbedingt gelohnt, war die einhellige Meinung.

Wenn ein "Tausendsassa", wie es der Betreuer nun mal ist und schon Jahrzehnte im Fußball erfolgreich zuhause ist, vom "Highlight" seines fußballerischen Wirkens spricht, dann ist das schon ein ganz dickes Ausrufezeichen. "Alles, die ganze Reise!", antwortet der 55-jährige "Macher" auf die Highlight-Frage der Tour. "Ein Koala auf dem Arm, die Segeltour im Hafen von Sydney, dazu unser sportliches Auftreten, das ist einfach nicht zu toppen. Uns wurden im wahrsten Sinne Türen aufgemacht, die es für Normalsterbliche nicht gibt", so Brand. Natürlich hätten die Bamberger auch die australische, sehr entspannte Lebensweise genossen.

Während beim ersten sportlichen Auftritt in Australien (2:1 gegen die Universität New South Wales) gegen eine gute Bezirksliga-Mannschaft, so die Band-Einschätzung, noch gepflegter Fußball auf Kunstrasen gespielt wurde, lief die zweite Partie (mit elf Bayernligaspielern in der Startelf) gegen die Universität Sydney etwas aus dem Ruder. Wohl der einzige Wermutstropfen in Australien: Der 2:0-Erfolg gegen die Gastgeber ("nachdem sie kein Land gesehen haben, gingen sie voll auf die Knochen") glich keinem Freundschaftsspiel, hatte eher Play-Off-Charakter.

3:1 gegen die Universität Queensland

Der fußballerische Schlusspunkt in Brisbane zeigte gegen die Universität Queensland eine technisch und taktisch bessere Bamberger Mannschaft, die Ball und Gegner laufen ließ. Vor der Pause erzielten Christos Makrigiannis und Jörg Schlierf die 2:0-Führung, Nico Wunder machte das 3:0, ehe die "Aussies" eine kleine Unachtsamkeit zum Ehrentreffer nutzten.

Auch wenn es Otto J. Band schwer fiel, Spieler hervorzuheben ("alle haben einen Super-Job gemacht"), nannte er neben den beiden letztgenannten Torschützen Schlierf und Wunder noch Marco Hillemeier und Manuel Müller als "Korsettstangen" des souveränen Dreifach-Siegers.

Das Zusammentreffen mit Tom Harley im "AFL9"-Spiel war schon etwas ganz besonderes. "Hallo, ich bin Tom! Natürlich kannte ihn keiner von uns. Er hat uns gecoacht und ungefähr zehn Minuten mitgespielt. Erst nach dem Spiel, das wir als blutige Anfänger auch gewannen, kristallisierte sich heraus, dass es sich hierbei um eine australische Legende wie Franz Beckenbauer bei uns handelt", erzählt Otto J. Band vollauf begeistert, der bei dieser Begegnung darauf bestand, dass nicht die "Voll-Kontakt-Version" gespielt wurde, sondern "No Touch"! Gewissermaßen die "weiche Version".

Ums Trikot beneidet

Marius Kraus hatte die ganz große Ehre, mit Tom Harley das Trikot zu tauschen und wurde von den "Aussie"-Gegnern beneidet. Die lockere Art des australischen Idols war das Nonplusultra dieses Spieles (63:46), das den Siegern so richtig Spaß machte. 4x15 Minuten "AFL9" in Sydney, die fränkischen Gäste kehrten somit mit einer lupenreinen sportlichen "weißen Weste" zurück.

Während Prof. Godehard Ruppert - der Präsident begleitete die Fußballer in der ersten Sydney-Woche - und Otto J. Band in den Hochschulen die Partnerschaften intensivierten und viele offizielle Gespräche führten, bekamen die Studenten die Universitäten mit all ihren (anderen) Facetten gezeigt. Insgesamt waren alle offiziellen Einladungen sehr britisch geprägt. "Reden und Dinner" - und ein unvergesslicher Foto-Termin in der altehrwürdigen Assembly Hall der Universität Sydney. "Das hatte so was von ,King Arthur and the knights of the round table'", titelte Band scherzhaft.

Nicht so gesittet ging es für die Bamberger Delegation beim Besuch des Fußballspiels FC Sydney gegen die Kontrahenten Melbourne Victory (1:1) zu. Auch wenn es ein "entspanntes gigantisches Erlebnis" und von Aggressionen im Stadion überhaupt nichts zu spüren war, wurden Band und Co. geduscht - mit Bier. "Beim Tor warfen alle Australier ihre Bier-Becher hoch. Total verrückt! Gott sei Dank ist nur ein Tor gefallen!", schüttelt Band noch heute den Kopf über dieses A-League-Spiel. Mit Alessandro Del Piero bekamen die Bamberger auch noch einen Ex-Weltstar (einst Symbolfigur von Juventus Turin) auf dessen "alte Tage" live zu sehen.

Für die Heimgekehrten, bei denen gleich wieder der Vereins-Alltag begann, stehen im kommenden Sommersemester zwei sportliche Highlights an. Nach der Bayerischen Meisterschaft, bei der die Australien-Fahrer sich gegenüber dem Vorjahr (Endstation Halbfinale) steigern wollen, tritt der amtierende Uni-Hallenmeister Bayerns am 14. Juni in Stegaurach gegen die nationale Auswahl der Deutschen Bahn an.

Aus dem australischen Spätsommer in den fränkischen Spätwinter zurück, haben die mit Erinnerung Vollgepackten noch ein paar Tage Ferien-Zeit, das Erlebte zu verarbeiten (Band: "Deren Augen glänzen immer noch"), ehe sie wieder die Bänke in den Hörsälen drücken. "Down Under" wurde vorzüglich gemeistert, nun wartet der Uni-Alltag auf die in Australien "Unbesiegten".