Scheßlitz
Spatenstich

Um- und Neubau an der Juraklinik Scheßlitz: Das Herzstück sind drei neue OPs

15,45 Millionen Euro fließen in eine Neu- und Umbaumaßnahme an der Juraklinik in Scheßlitz. Damit soll die medizinische Versorgung auf dem Land weiter optimiert werden. Die Bauzeit ist mit zweieinhalb Jahren kalkuliert.
Gleich trifft er: Landrat Johann Kalb mit GKG-Geschäftsführerin Monika Röther und Ministerin Melanie Huml beim Spatenstich Foto: Ronald Rinklef
Gleich trifft er: Landrat Johann Kalb mit GKG-Geschäftsführerin Monika Röther und Ministerin Melanie Huml beim Spatenstich Foto: Ronald Rinklef
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Volltreffer! Zunächst nur beim Objektiv unseres Fotografen: Ein dynamischer Landkreischef zeigte, wie ein echter Spatenstich-Profi sich ins Zeug legt, mächtig drauf los schaufelt, kraftvoll wirft und - naja. Ein echter Volltreffer, so zeigt sich Johann Kalb jedenfalls überzeugt, wird die Maßnahme an der Landkreis-Einrichtung. Für eine Summe von insgesamt 15,45 Millionen Euro wird die Juraklinik um- und angebaut, so dass die medizinische Versorgung der Menschen auf dem Land weiter optimiert wird. Ebenso die Bedingungen für diejenigen, die ihnen dies angedeihen lassen.

Die Folgen des Spatenstichs musste der Fotograf freilich auf eine spätere Operation verschieben. Für die optische Dokumentation des landkreisweit bedeutenden Termins hatte er glücklicherweise die Zweitkamera dabei. Gesundheitsministerin Melanie Huml konnte FotografRinklef indes beruhigen - "nein, es waren nicht Sie, es war der Landrat".

Als Hausherrin war es der Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft (GKG), Monika Röther, überlassen, eine illustre Gästeschar zu diesem bedeutenden Anlass zu begrüßen. Freilich hatte ihr Vorgänger Manfred Fischer auch dieses Projekt in die Wege geleitet, wie sie hervorhob. Jedenfalls war sie die Erste in der Reihe der Redner, die herausarbeitete, wie die große Investition der Gesundheit der Bürger gelte, sie den Weg für "beste Medizin " bereite. Seit der Errichtung der Juraklinik 1988 gab es eine ganze Reihe von Bau-Projekten, die der weiteren Optimierung galten.

2012 habe es die ersten Gespräche für das neue Vorhaben gegeben, 2013 die Zusage, dass es ins Programm für 2016 aufgenommen wird, nun, der offizielle Startschuss. 11,8 Millionen Euro investiert der Freistaat, den Rest der Landkreis, die Bauzeit wird zweieinhalb Jahre dauern. "Für zukünftige Anforderungen sind wir dann sehr gut gerüstet", schloss Röther mit dem Dank an alle am Vorhaben Beteiligten.

Gesundheitsministerin Melanie Huml bestätigte in ihrem Grußwort, dass die GKG unablässig an der optimalen medizinischen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger arbeite. Sichtbares Zeichen der zukunftsfähigen Konzeption sei das neue Bauvorhaben.


Neues Gesetz im Werden

Der Freistaat investiere kontinuierlich in den Erhalt der leistungsfähigen Versorgungsstrukturen, so Huml. Aktuell entfielen über 60 Prozent der Maßnahmen mit einem Volumen von über 1.1 Milliarden Euro auf Krankenhäuser im ländlichen Raum. Damit auch die Betriebskosten für Krankenhäuser ausreichend finanziert werden können, dazu solle im Rahmen der Krankenhausreform das Krankenhausstrukturgesetz erheblich beitragen. Es befinde sich derzeit in der Schlussphase des Gesetzgebungsverfahrens. Sie versicherte den Gästen, dass sie sich weiterhin mit Leidenschaft für eine leistungsstarke und bedarfsgerechte bayerische Krankenhauslandschaft einsetzen werde. Die Juraklinik schlage mit der neuesten Baumaßnahme ein neues Kapitel auf.

Landrat Kalb dankte der Ministerin für ihren Einsatz und unterstrich mit Blick auf die Krankenhausreform, dass man alles daran setzen müsse, "unser Krankenhauswesen bei uns zu behalten." In den letzten 20 Jahren habe der Landkreis etwa 115 Millionen Euro in seine Krankenhäuser investiert. "Wir müssen unsere starke Position mindestens halten, wenn nicht ausbauen." Für die stolze Förderung von fast zwölf Millionen Euro zum aktuellen Vorhaben t, dankte er dem Freistaat. "Den Rest macht der Landkreis dazu."

Hermann Schleier, Technischer Leiter, der GKG, umriss die wesentlichen Daten des Neubau-Projektes mit einer Nutzfläche von etwa 700 Quadratmetern. Es zeichne sich insbesondere durch ein Merkmal aus: Überall kurze Wege, womit Bereiche mit einander verbunden werden. Als das "Herzstück" im Neubau bezeichnete Schleier die drei hochmodernen Operationssäle im Erdgeschoss. Deutlich größer werde der Aufwachbereich mit zwölf Betten (bislang neun), gleich angebunden an den Intensivbereich mit neun Betten (bisher acht), wovon zwei Isolierbetten sein werden. Kurz ist auch der Weg von den zwei neuen Endoskopieräumen zum Aufwachraum. "Das bisherige Nadelöhr 1. Stock wird abgeschafft." In den 1. Stock des Bestandes wandern in die dann frei gewordene Intensivstation Funktionsräume, Büros und Geriatrie. Im Untergeschoss des Neubaus, der zwischen Zufahrt zur bisherigen Notaufnahme und Bereitschaftspraxis entstehen wird, kommt die Technik unter. Im ersten Stock befinden sich Therapieräume, Arztzimmer und Belüftung. In allen Bereichen werden Abläufe optimiert.
Volltreffer: Nach der Veranstaltung gelang es unserem Fotografen übrigens, in einer aufwendigen Notoperation sein Objektiv zu retten.