In Sachen Entwicklung und Sanierung des Gebäudes in der Hauptstraße 7, dem ehemaligen Schlecker, schreitet die Gemeinde Gundelsheim scheinbar in Siebenmeilenstiefeln voran. Gab es erst vor kurzem einen Tag der offenen Tür, bei dem die Bürger das Haus gründlich in Augenschein nehmen und ihre Vorstellungen einbringen konnten, ging die Gemeinde nun einen Schritt weiter und legte ein erstes Konzept vor. Demnach sollen neben Wohnungen auch ein Café oder eine Gaststätte in dem künftigen Bürgerhaus eine neue Heimat finden. Im Gespräch sind auch eine Großküche, von der aus dann Kindergärten und Schulen in der Region mit Essen versorgt werden sollen.

Ferner soll auf dem Vorbau, in dem einst ein Nahversorger untergebracht war, eine Terrasse entstehen, die mit der darunterliegenden Gaststätte verbunden sein soll.
Damit diese ganzjährig und bei schlechtem Wetter genutzt werden kann, gibt es eine erste Idee, diese zu überdachen. "Damit wir aber sehen, wie ein solches Dach aussieht, welchen Schatten es wirft und wie es sich in das Gesamtbild des Ortes einfügt, haben wir im Maßstab 1:1 ein Provisorium errichtet", schilderte Bürgermeister Jonas Merzbacher (SPD) bei der Vorstellung des Dachmodells, der rund 200 Bürger beiwohnten, so dass die Hauptstraße für einige Stunden für den Verkehr gesperrt werden musste. Dieses Stahlgerüst mit Plane wird noch in den nächsten zwei Wochen zu besichtigen sein. Anregungen und Kommentare dazu sind weiterhin erwünscht. Denn, wie Merzbacher betonte, soll das Konzept noch vor der Sommerpause stehen, bis Ende des Jahres sollen die Pläne dann in die Tat umgesetzt sein.


Unterschiedliche Meinungen

Die ersten Meinungen zur Dachkonstruktion fielen unterschiedlich aus. Während sich ein älterer Mitbürger auf das neue Café freute und dort unbedingt trotz seiner 90 Jahre den ersten Tanz eröffnen wollte, gab es sowohl Stimmen für als auch gegen das Dach. So bevorzugten einige Bürger eine offene Terrasse ganz ohne Dach, zumal dann der hintere Balkon, der nach aktuellem Stand der Planungen unbedingt erhalten bleiben soll, nicht an einer Bretterwand enden würde. Andere jedoch fanden Gefallen an einem Dach. Vor allem, da es nach Auskunft des Bürgermeisters nur eine einfache Holzkonstruktion mit viel Glas erhalten soll. Der Blick auf das historische Rathaus werde ebenso erhalten bleiben wie nach vorne hinaus auf den Bach.


Und der Balkon?

"Eine Dachterrasse mit offener Überdachung würde sich in meinen Augen optimal in die bebaute Umgebung einfügen. Und für eine gewerbliche Nutzung gäbe dieses Konzept weitere und zusätzliche Optionen", so die Meinung von Gemeinderat Bernhard Oppel (SPD). Zudem würde in seinen Augen eine moderne Dachkonstruktion, aber auch die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum, das Gebäude in der Hauptstraße 7 ungemein aufwerten. Nur die Frage, wohin mit dem Balkon zwischen Haus und neuem Dach, könne auch er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten.