Das Wort "Danke" zieht sich wie ein roter Faden durch Wilhelm Dorschs Ausführungen. Wer sich mit ihm bei der Bamberger Tafel engagiert, tut das ehrenamtlich und bekommt dafür vor allem Dankbarkeit.

Von Dorsch, der sich mit seiner Frau Michaela seit 28 Jahren der Umverteilung von Lebensmitteln an Bedürftige befasst. Und von den vielen Empfängern, 80 bis 100 kommen auch jetzt jeden Mittwoch und Samstag in die Hohmannstraße. Viele von ihnen stehen für eine ganze Familie. Am Rande der Ausgabestelle bilden zahlreiche Kinderzeichnungen ein buntes Gesamtkunstwerk der Dankbarkeit. Dankbar ist Dorsch nicht nur seinen 60 Helfern und seinem Stellvertreter Heinz Zimmer, sondern auch den Sponsoren und fast 70 Geschäften, die auch in Corona-Zeiten weiter Lebensmittel abgeben. "Die Bamberger haben uns schon immer unterstützt." So steht die hiesige Tafel besser da als Einrichtungen in anderen Städten, wo in größerem Umfang Einnahmen und Lebensmittel-Lieferungen weggebrochen sind - und nicht zuletzt ehrenamtliche Helfer fehlen.

Auch Frei-Haus-Lieferung

"Geschlossen hatten wir eigentlich nur zwei Tage", sagt der 75-jährige Leiter der Tafel. "Gerade in diesen Zeiten ist es doch wichtig, dass die Leute versorgt werden." Eine Zeitlang haben die Bamberger Helfer jeweils 60 Kisten mit Lebensmitteln zusammengestellt, die dann abgeholt wurden. Inzwischen gibt es die Ausgabe auch längst wieder vor Ort. Kisten, Bierbänke und -tische sollen für den nötigen Abstand, Maskenpflicht und Desinfektionsmittel für zusätzliche Sicherheit sorgen. Knapp zehn ältere und nicht mehr mobile Kunden bekommen ihre Lieferung frei Haus. "Da können wir unser neues Kühlfahrzeug gut einsetzen", freut sich Dorsch. Auch in der Corona-Zeit hätten sich viele Helfer bei ihm gemeldet, nur einige Ältere hatten gesundheitliche Bedenken und seien lieber daheim geblieben. "Hätten wir nicht so viele Helfer, könnten auch wir nicht so vielen helfen."

Wenn es die anderen Tafel-Mitglieder so wollen, wird Dorsch noch zwei Jahre Bamberger Tafel-Vorsitzender bleiben. "Nach 30 Jahren ist dann Schluss, es lastet einem schon auch eine wahnsinnige Verantwortung auf den Schultern. Zum Glück hat es bislang weder bei Helfern, noch bei Kunden einen Corona-Fall gegeben."

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Auch die Burgebracher Tafel kann die 1000-Euro-Spende von "Franken helfen Franken" gut gebrauchen. Unter anderem benötigt der dortige Lebensmittel-Transporter neue Winterreifen. Derzeit sucht Leiterin Debrah Neser zudem noch dringend ein paar zusätzliche Ehrenamtliche. "90 Prozent unserer Helfer gehörten zur Risikogruppe, weshalb einige mit Vorerkrankungen derzeit nicht mehr mitmachen", sagt Neser. "Wir haben 28 Helfer, von denen jetzt jeder noch mehr leisten muss." Interessenten können sich unter der Telefonnummer 09546/8166 direkt an die Leiterin wenden.

In Burgebrach geben die 40 Kunden in Corona-Zeiten Taschen ab, die dann von den Ehrenamtlichen befüllt werden. Die Ausgabezeiten mussten hier etwas verkürzt werden, mittwochs und freitags können die Taschen mit Lebensmitteln zwischen 14 und 15 Uhr abgeholt werden.

Auch das Hirschaider "Körbla" versorgt weiterhin mehr als 20 Haushalte ("vom Single bis zum Sechs-Personen-Haushalt"), wenn auch in leicht abgeänderter Form. "Nach zunächst vier Wochen Schließung haben wir schon seit April wieder geöffnet", sagt Vorsitzende Elke Eberl. "Wir packen jetzt aber bei Molkereiprodukten oder Gebäck fertige Tüten, um direkte Kontakte zu vermeiden."

Aus Platzgründen bestehen die im vierwöchigen Turnus eingesetzten Helfergruppen derzeit auch nur aus drei statt sonst fünf Personen. Frei-Haus-Lieferung wurde in Hirschaid auch angeboten - aber nicht nachgefragt. Denn einige Bedürftige haben weniger mobile Mitbürger einfach mitbeliefert. Über die Hilfe unseres Spendenvereins "Franken helfen Franken" freut sich Eberl sehr: "Das ist wirklich eine ganz tolle Sache."

Corona-Hilfe Die Tafeln in der Region sind von der Pandemie arg betroffen - und mit ihnen die Bedürftigen, die von den ehrenamtlichen Helfern tagtäglich unterstützt werden. Deshalb unterstützt der Spendenverein Franken helfen Franken zehn fränkische Tafeln mit insgesamt 10 000 Euro.

Spendenverein Die Mediengruppe Oberfranken (mgo) erreicht über ihre lokalen Tageszeitungen wie den Fränkischen Tag sowie digitale Informations- und Service-Portale jeden Tag rund 600 000 Menschen. Außerdem ist die mgo als Multimediaunternehmen mit Tochterfirmen wie dem Marketing-Komplettdienstleister mgo360, den mgo Fachverlage oder mgo Digital Ventures breit aufgestellt. Diese Vielfalt nutzt die Unternehmensgruppe, um mit dem Spendenverein "Franken helfen Franken" seit 2009 Hilfsbedürftige in ganz Franken zu unterstützen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an in Not geratene Menschen oder gemeinnützige Organisationen und Projekte in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die mgo. Insgesamt wurden seit 2009 deutlich über eine halbe Million Euro von Franken helfen Franken vergeben.

Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken -

Franken helfen Franken e.V. Sparkasse Bamberg

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